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Chronik

1929 – Jahrhunderfeier

Pfingsten 1929 – Jahrhunderfeier Priestertum

Zur Jahrhundertfeier der Wiederherstellung des Priestertums findet in Zürich eine grosse Jubiläumskonferenz statt, die Ältester Max Zimmer als „in Tat und Wahrheit ein ausserordentlicher Erfolg“ bezeichnet. Die Tagung dauert während drei Tagen, Tagungsort ist hauptsächlich das Volkshaus in Zürich.

Der Samstag ist der Gemeinschaftlichen Fortbildungsvereinigung gewidmet, insbesondere den Jugendorganisationen. Die Boy Scouts, Bienenkorbmädchen und die G-Männer geben in Ausstellungen und Darbietungen einen Überblick über ihre Organisationen und über das Können, das sie sich angeeignet haben. Ausserdem finden zwei Wettbewerbe statt: in öffentlicher Rede zum Thema „Was bedeutet die Wiederherstellung des Priestertums“ (G-Männer), und im Nacherzählen der Geschichte „Der vierte Weise aus dem Morgenlande“ (Bienenkorbmädchen).

Am Sonntag findet die eigentliche Jahrhundertfeier statt. Der Morgen ist „einer sehr eindrucksvollen, historischen Aufführung gewidmet, welche die Wiederherstellung des Priestertums und etliche Ereignisse im Leben des Profeten Joseph Smith und seiner Mitverbundenen vor und nach der Wiederherstellung zum Gegenstand hatte“. Rund 650 Personen sind anwesend. Am Nachmittag findet eine „Conventionsversammlung“ mit rund 500 Anwesenden statt, die als Schulungsversammlung für Priesterschaft, Frauenhilfsvereinigung und die übrigen Hilfsorganisationen bezeichnet werden kann. Die im grossen Theatersaal abgehaltene, mit viel Spannung erwartete Hauptversammlung am Abend, ist der Aufführung des geschichtlichen Oratoriums „Die Vision“ von Evan Stephens gewidmet. Dazu Max Zimmer in seinem Bericht: „Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist – ungleich den meisten andern Kirchen – nicht dem Streite der Theologen, dem Ehrgeiz ruhmsüchtiger Männer, der Kritik und Unzufriedenheit rechthaberischer Eigenbrötler, noch irgendeinem andern menschlichen Beweggrunde entsprungen, sondern sie verdankt ihre Entstehung einzig und allein unmittelbarer göttlicher Offenbarung in unsrer Zeit, die ihren Anfang nahm, als im Frühjahr 1820 der Himmlische Vater und Sein Sohn Jesus Christus dem Knaben Joseph Smith persönlich erschienen. Zum Andenken an dieses wichtigste Ereignis seit der Auferstehung Christi, hat Professor Stephens sein Oratorium geschrieben und komponiert.“ Die Versammlung wird von 700 Personen besucht.

Der Montag schliesslich ist dem Ausflug auf einen „die schweizerische Metropole überschauenden Hügel“, den Üetliberg, gewidmet. Nach einem „schmackhaften Essen“ gibt es Gesangsvorträge, Tänze, Theaterstücke und Spiele. Die 350 Teilnehmenden scheinen sich wunderbar vergnügt zu haben.

„Ich hab mein Geld im Wettbewerb verloren“ sang Missionar Thomas B. Woodbury (rechte Seite, sechster von vorn, sich mit dem Arm auf den Tisch abstützend), in Abwandlung des Liedes „Ich hab mein Herz in Heidelberg verloren“, und zeigte seine leeren Hosentaschen. Anlass dazu gab ein Wettbewerb im Jahr 1928 zwischen der Basler Priesterschaft und Frauenhilfsvereinigung, welche der beiden Organisationen während einer gewissen Zeit mehr Freunde in die Kirche einladen würde. Natürlich gewann die FHV, und so blieb der Priesterschaft nichts anderes übrig, als die Schwestern zu einem Essen einzuladen, das die Brüder selbstverständlich selbst zu berappen hatten.
(Zur Verfügung gestellt von Martha Grob, Wetzikon.)
Grosse Jubiläumskonferenz von 1929.
Mittagessen auf dem Üetliberg während dem Pfingstausflug 1929; und Sonntagsschulkonferenz der Gemeinde Solothurn am 21. September 1930.
(Zur Verfügung gestellt von Martha Grob, Wetzikon.)

21. August 1929

Oskar A. Kirkham, der Leiter der kirchlichen Pfadfinderbewegung, besucht die Basler Gemeinde. Seine gewinnende Ausstrahlung fällt dem Journalisten der Basler „National-Zeitung“ sofort auf. „… Das grosse Jamboree in England, das soeben zum Abschluss kam, hat uns manchen interessanten Pfadfinderbesuch gebracht. Keiner war indessen so bedeutend wie derjenige des amerikanischen Mormonenfeldmeisters Oskar A. Kirkham, dem die Basler Mormonenkirche gestern einen herzlichen Empfang bereitet hat.“

Der Artikel führt ein Beispiel der Völkerverbundenheit an, das Oskar A. Kirkham während seinem Vortrag erwähnt: „Die Pfadfinder trieben einen regelrechten Tauschhandel in Jamboree-Andenken. Eines Tages sagte ein Schotte zu einem Amerikaner, er könne seine Uniform haben, wenn er ihm dafür die Seinige gebe. Beide krochen in ein Zelt. Als sie wieder herauskamen, sah der Amerikaner wie ein Schotte, der Schotte wie ein Amerikaner aus. So wechselt von Land zu Land die äussere Form, die Sprache, die Sitten auch, aber das Wesen ist allenthalben dasselbe, und ein Geist der Brüderlichkeit umfängt alle ohne durch Landesgrenzen gehemmt zu sein.

Dieser Grundgedanke [der Brüderlichkeit] kehrte in den Ausführungen Kirkhams stets wieder.“

175 Jahrfeier

Historische Plätze

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