15. Mai 1859 – 30. Jahrestag der Wiederherrstellung
Während einer seiner zahlreichen Missionsreisen hält sich Ältester Heinrich Hug in St. Imier bei der Familie Galli auf. An diesem 30. Jahrestag seit der Wiederherstellung des Aaronischen Priestertums durch Johannes den Täufer, einem Sonntag, hält er eine Versammlung bei Bruder Stutz „auf dem Berg“, deren Verlauf er in seinem Tagebuch wie folgt beschreibt:
„Unsere Versammlungs-Lokalität war… in der Scheune eingerichtet, …da die Stube zu eng war. Alles zeigte sich sehr fleissig mit Bänken, Laden, Stühle und dergleichen beizuschaffen, und für mich machten sie eine Kanzel vermittelst einer Kiste (Koffer) und einem Holzgestell, samt einem kurzen breiten Laden, ringsumher befanden sich die Heiligen welche Zahl 55 ausmachte. Um 1 Uhr fing ich an, nachdem alles in Ruhe war; und schloss wie gewöhnlich mit einem Gebet die Versammlung auf, nachdem sangen wir das Lied: „Ihr Auserwählten freuet euch“ & dann hielt ich einen Vortrag 1½ Stunden, wo ich mittunter ein Bündniss von Allen abnahm, dass sie wollen bis an den Tod treu sein, auf dieses sangen wir abermals ein Lied. Am Ende des Liedes begab ich mich an einen in der Mitte aufgestellten Tisch, und forderte die anwesende Priesterschaft auf, ebenfalls zu kommen, die mit mir 7 ausmachten, mithin legte ich den Heiligen die Pflicht gegen die Priesterschaft sehr deutlich aus; und zum Schlusse liess ich eine Stimmung ergehen, ob man ihnen in allen Dingen möchte gehorsam sein, was denn Alle bei Einem bezeugten, dass sie es thun wollen. Auf dieses nahmen wir das Abendmahl, freilich nicht aus Christallbechern, sondern nur aus einem Milchhafen und einem gewöhnlichen Trinkglas, die aber sonst sehr reinlich waren; und die Hauptsache von Allen ist: dass wir es mit vieler Freudigkeit und vielen Segnungen genossen haben. Während es ausgetheilt wurde, sangen wir das Lied: „Ich fühl in meinem Herzen ein köstlich Unterpfand“, nach Beendigung des Mahles, stieg ich noch einmal auf die Kanzel, und predigte bereits eine Stunde; und redet noch mit vielen mächtigen Worten zu ihnen, dass Viele weinten. Nun bei dieser lang andauernden Versammlung, ist es ihnen keineswegs lang geworden, denn ich fragte sie oft, ob sie frieren! Denn es war kalter regnerischer Bergluft, der nach Willkühr seinen Marsch durch die Scheune nahm. Den Ziegen behagte es auch nicht mehr draussen zu weiden; sondern suchten mehr Behaglichkeit in der Scheune, deren Ankunft, uns durch ihr Blöken bekannt wurde.“
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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175 Jahrfeier
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Anhang der Chronik
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
