2. Januar 1927 – Genealogiearbeit
Mit der Herausgabe der Vierteljahrsschrift „Der Wegweiser“ wird der zunehmenden Bedeutung aller Hilfsorganisationen Rechnung getragen. Sie dient sowohl dem Priestertum als auch den Hilfsorganisationen als Plattform der Belehrung und der Weisung; zur Bekanntgabe der Lehrpläne, der Lektionen für den Unterricht sowie der Aufgaben für die Schüler und Schülerinnen; ausserdem sind kurze Aktivitätenberichte enthalten. „Unsere Sonntagsschule“ wird in den „Wegweiser“ integriert; bis Dezember 1936.
Der „Stern“ bringt ab 1927 regelmässig „Genealogische Seiten“, die dazu anregen sollen, die persönliche genealogische Arbeit zu erledigen; die Ahnenforschung dient letztlich dazu, für die eigenen verstorbenen Vorfahren die heiligen Handlungen des Evangeliums in einem Tempel stellvertretend an einem Lebenden vollziehen zu lassen, wie zum Beispiel die Taufe. Da zu dieser Zeit in Europa noch keine Tempel existieren, werden die Unterlagen in Salt Lake City weiterbearbeitet.
April 1927 – Distrikt Basel
Der„Salt Lake City Beobachter“, von 1890-1935 die Kirchenzeitung für die deutschsprachigen Mitglieder in Utah, berichtet das Folgende über den Basler Distrikt:
„Heute kann man wohl kaum mehr scherzweise sagen, dass die beste Gemeinde im Basler Distrikt die Basler Gemeinde sei, weil dieser Distrikt eben nur eine Gemeinde habe. Seit kurzer Zeit arbeiten Missionare nicht nur in Basel, sondern zum Basler Distrikt gehören gegenwärtig die Städte Basel, Lörrach, Strassburg und Colmar. An allen diesen Orten wird Missionsarbeit verrichtet, und regelmässige Versammlungen werden dort abgehalten. Vielleicht wird es nicht mehr lange dauern, ehe man auch in Freiburg i. Br. die Missionsarbeit wieder eröffnet. Möglicherweise ist das bereits geschehen.
Der Basler Distrikt wächst nicht nur an Zahl der Gemeinden, sondern die Distriktskonferenzen scheinen jetzt Ereignisse von hervorragender Bedeutung zu werden. Bruder Jakob Brunner teilt uns mit, dass am 27. März im Unionssaal des Volkshauses in Basel eine Konferenz abgehalten wurde, zu der 290 Personen in der Sonntagsschule, 310 in der Nachmittagsversammlung und 360 in der Abendversammlung anwesend waren. In der Abendversammlung trug der verstärkte Basler Chor das Oratorium „Die Vision“ vor.“
Ausserdem erwähnt die gleiche Ausgabe, es sei eine Missionsschule in Köln eröffnet worden, „um den Missionaren eine bessere Vorbereitung und Grundlage in der deutschen Sprache zu geben.“
Walter Gantenbein (1882-1947) von der Toggenburger Gemeinde. Sein Bruder Jakob Gantenbein (1879-1974) betrieb bis 1951 eine Bäckerei in St. Peterzell, und der ledige Walter war bei ihm angestellt. Pfarrer Werner Tanner widmet dem „Beck von St. Peterzell“ ein Kapitel in seinem Buch „Weggefährten – Tischgenossen“ ; er schreibt: „War der Beck fertig mit Backen und Aufräumen, kam der andere Teil der Tagesarbeit: das Brotvertragen. Der Beck und sein lediger Bruder einfachen Geistes luden sich die Holzkräze, voll mit Broten der verschiedenen Grössen… auf und vertrugen sie über alle Höhen, so über Hofstetten bis ins entlegene Niederwil der Nachbargemeinde Brunnadern.“ (Seite 108).
Ja, vom Walter habe man gesagt: „Er hört nid guet, er ret nid guet, und cha nid wädli laufe“, aber er sei „ein Lieber“ gewesen und immer freundlich zu den Kindern, habe ihnen ab und zu eine Süssigkeit zugesteckt. Dem Ältesten Jakob Brunner (1895-1984) schenkte er gar CHF 2’000.—, damit dieser in den Jahren 1922-1924 eine Vollzeitmission für die Kirche erfüllen konnte. Trotz dieses grosszügigen Geschenks reichte das Geld für die zweijährige Mission nur knapp. Einmal war er von der Gemeinde Winterthur eingeladen worden, in einer Versammlung zu sprechen, doch weil er kein Geld für die Bahnfahrt hatte, legte er die Strecke zu Fuss zurück. In Winterthur angekommen, fragte der Gemeindepräsident, weshalb er denn so dreckige Schuhe habe, worauf Ältester Brunner antwortete, die Strassen zwischen Zürich und Winterthur seien halt staubig. Der Gemeindepräsident nahm den Ball auf und machte in der Versammlung die Bemerkung, die Geschwister möchten den Missionar doch „mit einem kräftigen Händedruck“ verabschieden. Dieser „kräftige Händedruck“ reichte dann nicht nur aus für ein Bahnbillet zurück nach Zürich, sondern für das Essen einer ganzen Woche.
(Zur Verfügung gestellt von Emmy Tön-Gantenbein, Viganello.)
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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175 Jahrfeier
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Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
