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Chronik

2002 – Olympische Winterspiele

9. Februar 2002 – Olympische Winterspiele in Salt Lake City

In Salt Lake City, Utah, eröffnet US-Präsident George W. Bush die 19. Olympischen Winterspiele. Vieles war im Vorfeld über die „Heiligen Spiele“ im „Mormonenstaat“ Utah geschrieben und hinter vorgehaltener Hand spekuliert worden. Die Terror-Anschläge vom 11. September 2001 in den USA sorgen für zusätzliche Unsicherheit. Solche Hemmnisse fallen aber rasch. Schon die spektakuläre und sehr professionelle Eröffnungsfeier unter dem Motto „Entzünde das innere Licht“ löst eine Begeisterung aus, die sich in den folgenden Tagen noch steigert. Die Erfolge des jungen Skispringer-Teams um den Toggenburger Simon Ammann sorgen dafür, dass nach wenigen Tagen auch die letzten Skeptiker interessiert nach Salt Lake City blicken. Die Kommentare von Reportern und Sportlern über die Gastfreundschaft und das überraschend angenehme Klima im Olympia-Staat fallen überwiegend positiv aus und sind voll lobender Worte. Bewusst hält sich die Kirche zurück, und doch wird ihr Einfluss immer wieder erwähnt. Ohne Ausnahme wird in jeder Zeitschrift, Illustrierten, in Radio und Fernsehen über die Olympischen Spiele und die in Utah ansässigen Mormonen berichtet.

„Mit dem Presseempfang unlängst [15. Januar] im Zürcher Hotel Marriott sollten Klischees richtiggestellt, Vorurteile ausgeräumt und Wissenswertes über Salt Lake City und das Leben in Utah vermittelt werden. Das betonten sie immer wieder, die Schweizer Angehörigen der ‚Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage‘ – besser bekannt als Mormonen –, und gaben sich im Hotel ihres Mitglieds Bill Marriott gastfreundlich, weltoffen, grosszügig, auffällig fröhlich und tolerant. …

Es seien nicht die Mormonen gewesen, die Olympia nach Salt Lake City geholt hätten, liess Kirchenpräsident Hinckley unlängst verlauten. Aber wenn die Spiele schon dort stattfänden, wollten sie gute Gastgeber sein. Missionsarbeit werde nicht geleistet, fügte er an. Die Tatsache, dass der Mormonentempel täglich die Kulisse für die Medaillenzeremonien bildet und als Ikone Salt Lake Citys in die Welt hinausgetragen wird, dürfte ihn freilich nicht stören. Die Worte des Mormonensprechers Bruce Olson sprechen in diesem Zusammenhang Bände: „Der phänomenalste Teil der Spiele ist, dass wir sonst immer unsere Mitglieder in die Welt hinausschicken müssen – doch diesmal kommt die Welt zu uns.“ (NZZ vom 9. Februar 2002).

Im Nachgang zu den Olympischen Spielen lädt die Kirche am 8. Mai 2002 zu einem Empfang ins Gemeindehaus Winterthur und am 7. Juni 2002 ins Gemeindehaus Solothurn. Es sind zugegen: der Pressesprecher des schweizerischen olympischen Komitees, Herr Daniel Steiner; Stefan Hofmänner vom Schweizer Fernsehen und die Silbermedaillengewinnerin im Curling-Team der Schweizer Frauen, Nadia Röthlisberger. Hunderte von Mitgliedern folgen der Einladung und zeigen sich von der Veranstaltung begeistert.

„Am Ende der Tage wird es geschehen: Der Berg mit dem Haus des Herrn steht fest gegründet als höchster der Berge; er überragt alle Hügel. Zu ihm strömen alle Völker. Viele Nationen machen sich auf den Weg; sie sagen: Kommt, wir ziehen hinauf zum Berg des Herrn und zum Haus des Gottes Jakobs. Er zeige uns seine Wege, auf seinen Pfaden wollen wir gehen. Denn von Zion kommt die Weisung des Herrn, aus Jerusalem sein Wort.“ (Jesaja 2:2-3). Als die Mormonen ihren Staat „Deseret“ nennen wollten – ein Begriff aus dem Buch Mormon, der „Honigbiene“ bedeutet – sprachen sich gewisse einflussreiche Kreise, die der Kirche negativ gegenüber standen, gegen diesen Namen aus. Man entschied, das Territorium nach den dort lebenden Ute-Indianern zu benennen. Es ist interessant, dass die Bezeichnung „Ute“ – wie sich später offenbar herausstellte – soviel bedeutet wie „hoch oder oben auf dem Berg“. (Bild: Aus der Zeitschrift „Der Spiegel“ 6/2002.)
Coop-Zeitung S. 12
Coop-Zeitung Seite 13

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