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Chronik

1939 – Zweiter Weltkrieg

Februar 1939 – Gemeindegründung in Olten

Nach einem Jahr anstrengender Aufbauarbeit wird in Olten eine Gemeinde der Kirche organisiert, mit Ältesten Erwin Gerber als Gemeindepräsident. Eine Woche davor hatte man bereits das neue Versammlungslokal an der Baslerstrasse 552 beziehen können, für die Mitglieder aus Olten und Aarau ein grosser Freudentag. „Dank der Mithilfe von Geschwistern aus Basel und Solothurn und des Orchesters der Basler Gemeinde konnte ein ganz ausgezeichnetes Einweihungsprogramm geboten werden.“ Leider hatte die Gemeinde Olten keinen Bestand, wohingegen eine starke Gemeinde in Aarau entstand.

Das Basler Orchester, das seit den Zwanziger Jahren mit seiner Musik erfreute und auch bei der Einweihung des Versammlungslokals in Olten aufspielte. Zur Verfügung gestellt von Martha Grob, Wetzikon.

August 1939 – Die Rückholung aller amerikanischen Missionare

Alle sich in Deutschland befindlichen Missionare werden aus dem Land evakuiert. Elder Joseph Fielding Smith vom Rat der Zwölf wird mit der Evakuierung aller amerikanischen Missionare beauftragt. Legendär geworden ist die Geschichte des Missionars, der damit beauftragt worden war, die versprengten Missionare in den Bahnhöfen des Landes ausfindig zu machen und sie von dort aus sicher über die Landesgrenze zu bringen. Da er nicht wusste, wo er in dem von Menschen wimmelnden Bahnhof von Köln mit der Suche nach den vermissten Missionaren beginnen sollte, geschweige denn, wie er sie erkennen konnte, begann er damit, den Anfang der Melodie des Liedes „Tu, was ist recht!“ (Gesangbuch, Nr. 157) zu pfeifen, eine Art Erkennungsmelodie der Mission. Die gesuchten Missionare vernahmen die vertraute Melodie; schnell hatte man sich gefunden und gerade noch rechtzeitig den Zug Richtung holländischer Grenze erreicht.

September 1939 – Kriegsausbruch: Der Beginn der Isolation

Ausbruch des Zweiten Weltkriegs. Für die Mitglieder in Europa beginnt eine Zeit der Isolation. Nach dem Krieg wird nichts mehr so sein wie vorher: Grenzen werden geändert und ganze Länder neu gegründet. Die vormals an Mitgliedern so starken Gebiete in Ostpreussen und Schlesien stehen bald unter polnischer oder sowjetischer Verwaltung. Wer im Krieg nicht umgekommen ist, flüchtet in den Westen Deutschlands, und bald wird es die Kirche in diesen Gebieten nicht mehr geben.

Missionspräsident Thomas E. McKay schickt am 25. September an alle Mitglieder der Deutschen Mission einen Brief, in dem es heisst:

 „Wir beten von Herzen zum himmlischen Vater, er möge diejenigen schützen und segnen, die zum Waffendienst eingezogen worden sind, und diejenigen stärken, die zu Hause geblieben sind und jetzt zusätzliche Aufgaben übernehmen müssen. Beten Sie, leben Sie rein, halten Sie das Wort der Weisheit, zahlen Sie Ihren Zehnten, besuchen Sie alle Versammlungen und beteiligen Sie sich daran, suchen Sie keine Fehler an anderen und geben Sie kein falsches Zeugnis, unterstützen Sie diejenigen, die berufen sind, zu präsidieren, dann gilt Ihnen die Verheissung, dass der Herr Sie in jeder Hinsicht leiten wird und dass Sie auch in Bedrängnis und Schwierigkeiten Freude und Zufriedenheit finden können. Vergessen Sie nie, dass wir im Werk des Herrn stehen und dass Jesus der Messias ist. Er ist unser Oberhaupt, wir sind Mitglieder seiner Kirche. Sein Evangelium, wie es dem Propheten Joseph Smith offenbart worden ist, wird siegen.“

September 1939 – Gemeindepräsident Rudolf Schneider in Uster

„Ende September kann Ältester Rudolf Schneider sein 25jähriges Jubiläum als Präsident der Gemeinde Uster im Zürcher Distrikt feiern.“, teilt der „Stern“ vom 15. September 1939 mit. „Ältester Schneider ist nach Mitgliedschaft und Dienst nicht nur eines der eifrigsten und treuesten, sondern auch eines der ältesten Mitglieder der Kirche in der Schweizerischen Mission. Er wurde am 14. September 1895 getauft, 1903 zum Diakon, 1904 zum Priester und 1914 zum Ältesten ordiniert. Manche schweren Stürme hat er mit seiner kleinen aber feinen Gemeinde in all diesen Jahren durchlebt und glücklich überstanden. Es gab Zeiten, wo man hätte daran zweifeln können, ob in der freien Schweiz tatsächlich Glaubens- und Gewissensfreiheit herrscht, so gross war die Feindseligkeit – um nicht zu sagen der Hass – der die Heiligen der Letzten Tage in jener Gegend ausgesetzt waren, wobei sich namentlich die Vertreter der Landeskirchen oftmals unrühmlich auszeichneten. Unerschütterlich stand Ältester Schneider als Hirte und Vater seiner Gemeinde für die

Kirche und ihre Mitglieder ein … Und wenn man seit Jahren in der Schweizerischen Mission von der Gemeinde Uster sagt: ‚Uster ist ein Muster‘, so kommt das nicht von ungefähr, sondern es ist die Frucht seiner treuen, eifrigen und verständnisvollen Tätigkeit als Präsident dieser Gemeinde.“

Oktober 1939 – Evakuierung der Missionare aus der Schweiz

Evakuierung auch der Missionare der Schweizerischen Mission. Diejenigen, deren Mission bald zu Ende sein wird, werden von ihrem Dienst entlassen. Die übrigen setzen ihren Dienst in Missionen in den Vereinigten Staaten fort.

175 Jahrfeier

Historische Plätze

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