1942 – Wiedergutmachung im Prozess der Umkehr
Unter seinen zahlreichen Übersetzungen zu Lehrzwecken bringt Missionsleiter Zimmer die Schrift Blutsühne in deutscher Übersetzung heraus, die auf einem am 12. Oktober 1884 gehaltenen Vortrag Elder Charles W. Penroses vom Rat der Zwölf beruht. Folgende Beweggründe veranlassen Missionsleiter Zimmer zur Herausgabe dieser Schrift an die Ältesten der Mission:
„Das am 1. Januar 1942 in Kraft getretene neue Schweizerische Strafgesetzbuch hat die Todesstrafe abgeschafft. Ohne viel Aufhebens davon zu machen viel Aufhebens davon zu machen, ist damit ein wichtiger Grundsatz der bisherigen Strafrechtspflege aufgegeben worden… Im Zusammenhang mit diesen Vorgängen sind in manchen unsrer Gemeinden Diskussionen über die Berechtigung der Todesstrafe, bezw. über die grundsätzliche Einstellung unsrer Kirche zu dieser Sache entstanden… Überdies ist in jüngster Zeit die berüchtigte Hetz- und Verleumdungsschrift „Sieben Sekten des Verderbens“ in unsrer Mission erneut stark verbreitet worden, ein Machwerk, worin das alte, längst widerlegte Greuelmärchen von der angeblichen „Blutsühne“ der „Mormonen“… benützt wird, um bei Unwissenden ein Vorurteil gegen unsre Kirche zu wecken und die Verkündigung des Evangeliums zu erschweren.
Alle diese Umstände liessen es als angebracht erscheinen, den Ältesten einmal eine gründliche, von berufener Stelle ausgehende Behandlung dieses Gegenstandes an die Hand zu geben, damit sie sich zuverlässig und eingehend darüber unterrichten können.“
Quintessenz des Werkes ist der wichtige Grundsatz der Wiedergutmachung im Prozess der Umkehr. Erkennt ein Mensch, dass er gesündigt hat und bereut er seine Verfehlung, so besagt die Lehre der Kirche, dass der Betreffende durch das sühnende Blut Christi von seinen Sünden rein gemacht werden kann, „nach allem, was wir tun können“ (s. 2. Nephi 25:23). Dies will heissen, dass zum Prozess der Umkehr auch das Wiedergutmachen einer Verfehlung gehört, sodass dem Geschädigten zumindest ein gleichwertiger Ersatz zukommt. Im Falle eines Mordes ist dies konsequenterweise das Vergiessen des eigenen Blutes. Elder Penrose führt in seiner Schrift an: „Der einzige Weg, um seine Seele [im Falle eines Mordes] zu entlasten, seine Sünde zu sühnen, besteht im Vergiessen seines Blutes.“, und er führt dazu die Schriftstelle in Genesis 9:6 an. Gegen das Ende seines Vortrages gelangt Elder Penrose dann jedoch zu folgendem Schluss: „Wenn getaufte Personen mit dem Herrn heilige Bündnisse geschlossen haben, und dann eine des Todes würdige Übertretung begehen, ist die einzige Sühne das Vergiessen ihres Blutes. Zu gleicher Zeit kann aber, wegen den Landesgesetzen und den vorgefassten Meinungen des Volkes, und auch wegen der Unwissenheit der Welt, dieses Gesetz nicht vollzogen werden.“
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
(c) alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen nicht weiterverwendet werden.
175 Jahrfeier
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
