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Chronik

1885 – Hilfsorganisationen

1. August 1885 – Zweck der Frauenhilfsvereinigung (FHV)

Das Missionsbüro erhält den ersten Bericht der Frauenhilfsvereinigung in Bern, verfasst von der Sekretärin, Schwester Karoline Steiner. Sie schreibt: „Der Zweck dieses Vereines besteht hauptsächlich darin, dass sich die Mitglieder desselben einander gegenseitig mit Rath und thatkräftiger Hülfe beistehen, die Kranken und Hülfsbedürftigen der Gemeinde Bern besuchen, und sie, wenn nötig, mit Geldern aus der Kasse unterstützen. In diese Kasse fliessen alle diejenigen Gelder, die von den Mitgliedern an Fastsonntagen erübrigt werden, und wird auch meistenteils von diesen unterhalten. In diesem Vereine sind bis jetzt 26 Versammlungen abgehalten worden. Einnahmen: Eingelegte Gelder der Mitglieder des Vereins Fr. 32.10. Ausgaben: Unterstützungsgelder an bedürftige Mitglieder Fr. 8.65; bleibt noch Saldo von Fr. 23.45. Mitglieder des Vereins sind 44.“

Journal des Missionsbüros in Bern über eingegangene Briefe zwischen dem 30. Juli und dem 3. August 1885, darunter zwei von Daniel H. Wells (1814-1891), dem Europäischen Missionspräsidenten in Liverpool und einer von Anthon H. Lund (1844-1921), der 1889 zum Apostel ordiniert wurde.
(Schweizerisches Bundesarchiv; Bestand E22/1864.)

31. Dezember 1885 – Sonntagsschule

In der Schweizerisch-Deutschen Mission ist die Frauenhilfsvereinigung am Jahresende in sieben Gemeinden organisiert, davon vier in Deutschland; die Sonntagsschule ist in sechs Gemeinden organisiert, davon zwei in Deutschland.

Den verschiedenen Hilfsorganisationen fällt bei der Entwicklung der Kirche im Missionsgebiet immer mehr Bedeutung zu. Nicht zuletzt in der Missionsarbeit erweisen sich die Hilfsorganisationen, insbesondere die Sonntagsschule, als wirkungsvolle Instrumente zur Einführung neuer Mitglieder in die Kirche. Es kommt vor, dass der Sonntagsschulunterricht einzelner Gemeinden in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts von mehreren Dutzend Personen besucht wird, die nicht der Kirche angehören. Bei Versammlungen im Freien in öffentlichen Parkanlagen kommen vielfach zahlreiche Schaulustige herzu, die sich anschliessend näher für die Kirche interessieren und sich von den Missionaren belehren lassen. Im theologischen Sonntagsunterricht liegt eine gewaltige Kraft der Veränderung zum Guten, die seit der Einführung des Kompaktversammlungsprogramms 1980 leider viel zu oft unterschätzt wird.

175 Jahrfeier

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