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Chronik

1965 – Pfahlhaus Zürich

Februar 1965 – Missionare in Italien

Missionare der Schweizerischen, der Süddeutschen und der Bayerischen Mission bilden die Italienische Zone der Schweizerischen Mission. Die Verkündigung des Evangeliums in Italien durch die Missionare beginnt.

4. September 1965 – Spatenstich Pfahlhaus Zürich

Erster Spatenstich für das Pfahlhaus des Schweizer Pfahls in Zürich-Schwamendingen, im Beisein Elder Ezra Taft Bensons vom Rat der Zwölf und des Zürcher Stadtpräsidenten, Dr. Emil Landolt. Dass der „Stapi“ beim Spatenstich mit dabei war, stösst dem Mitbürger J. H. aus St. Gallen sauer auf. In einem Leserbrief im „Tages-Anzeiger“ macht er seinem Ärger Luft:

„Ich habe durch die Zeitung erfahren, dass der Stadtpräsident von Zürich, Dr. Emil Landolt, für den Bau eines Mormonentempels in Zürich als Reklameschild auserkoren wurde und er den ersten Spatenstich zu diesem Bauwerk ausführen durfte. Ich schüttelte darob den Kopf und fragte mich, ob die Behörden nichts Gescheiteres mehr zu tun haben und die Bürger ihre Sekte Magistraten bezahlen für solche Effekthascherei einer amerikanischen Sekte.

Es würde mich nun interessieren, ob Herr Dr. Landolt zu dieser Sekte gehört oder ob er in Auftrag und Einverständnis des Stadtrates bei dieser Grundsteinlegung mitwirkte.

Ist es eine private Angelegenheit, weil der Boss auch zu diesem Verein gehört, dann ist es nicht in Ordnung, ihn als Stadtpräsidenten hervorzuheben. Ist er nicht Glied dieser Sekte, dann ist es völlig unverständlich, weshalb er sich als Reklameschild dafür benützen liess. Es würde mich freuen, wenn von zuständiger Seite und aus dem Leserkreis dazu Stellung genommen würde, denn wer soll Irrtum und Wahrheit noch auseinanderhalten können, wenn selbst unsere Prominenten so erschreckend naiv sind?»

Stadtpräsident Dr. Emil Landolt nimmt wie folgt Stellung zu dieser „kleinen Anfrage“:

„Auf die Anfrage des Einsenders teile ich Ihnen mit, dass ich der reformierten Landeskirche angehöre und mit den Mormonen keine näheren Beziehungen unterhalte. Ich wurde schon vor längerer Zeit eingeladen, bei der Grundsteinlegung der Mormonenkirche in Schwamendingen anwesend zu sein und eine Rede zu halten. Letzteres lehnte ich ab. Dagegen sah ich keine Veranlassung, mich fernzuhalten. Damit legte ich kein religiöses Bekenntnis ab, sowenig dies der Fall ist, wenn ich an einer israelitischen oder katholischen Feier teilnehme.

Übrigens bereute ich meinen Besuch keineswegs, denn ich sah bei den Mormonen einen Opfermut, wie wir ihn auch bei andern Kirchen wünschen möchten. Welcher Christ gibt im allgemeinen neben den ordentlichen Steuern noch 10 Prozent seines Einkommens für soziale und kirchliche Zwecke aus? Welche andere Kirche steht bei ihrer Vollendung vollständig schuldenfrei da? Wo arbeiten Kirchenmitglieder monatelang unentgeltlich am Bau mit?

Zur Beruhigung des Herrn Einsenders, der darauf hinweist, dass ich durch die Bürger bezahlt werde, erlaube ich mir zu erwähnen, dass ich für meinen Besuch einen freien Samstagnachmittag verwendet habe! Mit freundlichem Gruss, E. Landolt.“

Das Pfahlhaus Zürich, hier abgebildet in Form einer Postkarte der „Gemeinde Zürich 1, Herbstweg 120, 8051 Zürich“. Noch steht bei der Einfahrt zum Parkplatz kein Stein; der Stein und eine Eiche waren in der Amtszeit Präsident Ringgers gesetzt worden, in Erinnerung der Verpflichtung Josuas an das Volk Israel: „Ich aber und mein Haus, wir wollen dem Herrn dienen. … So schloss Josua an jenem Tag einen Bund für das Volk… Josua schrieb alle diese Worte in das Buch des Gesetzes Gottes, und er nahm einen grossen Stein und stellte ihn in Sichem unter der Eiche auf, die im Heiligtum des Herrn steht.“ (Josua 24:15-27).

175 Jahrfeier

Historische Plätze

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