1977 – Aufenthaltsbewilligung für Vollzeitmissionare
Während der Amtszeit des Missionspräsidenten Gary E. O’Brien und des Tempelpräsidenten Percy K. Fetzer werden vom Bund strenge Auflagen zur Erteilung von Aufenthaltsbewilligungen für Vollzeitmissionare und Tempelmissionare erlassen. Die Missionare erhalten den Status von Saisonarbeitern und dürfen sich nur noch für drei Monate in der Schweiz aufhalten. Verhandlungen von Präsident Ringger mit Regierungsvertretern auf höchster Ebene erwirken eine Lockerung dieser Bestimmung. Gleichzeitig wird Präsident Birsfelder von der Tempelpräsidentschaft bei den verantwortlichen Herren Bohnenblust und Wax der Fremdenpolizei in Bern vorstellig und erreicht so, dass die Tempelmissionare wieder für 18 Monate Aufenthalt in der Schweiz nehmen können.
1987 dient er als Patriarch des Pfahls Zürich Schweiz; er trat damit die Nachfolge von Patriach Alfred Gräub sen. (1910-1997) an, der 1974 zu diesem Amt ordiniert worden war. 1990 wird Präsident Gysler ausserdem zum Präsidenten des „Vereins Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der Schweiz“ berufen.
20. November 1977
Peter Gysler wird zum dritten Präsidenten des Pfahls Zürich Schweiz berufen. Während seiner Amtszeit wird die Kirche in der Schweiz immer multinationaler, was zur Folge hat, dass in einzelnen Gemeinden damit begonnen wird, Klassen in Englisch abzuhalten. In Zürich wird eine Abendmahlsversammlung für Spanisch sprechende Mitglieder eingeführt (1983).
Ende der Siebziger Jahre macht sich das immer akuter werdende Drogenproblem auch unter den Jugendlichen der Kirche vermehrt bemerkbar. Es werden Hilfsprogramme für die betroffenen Jugendlichen erarbeitet und durchgeführt. Auch die Anstrengungen in der Prävention zeitigen Erfolge, sodass sich das Problem bis Mitte der Achtziger Jahre entschärft.
Die Einführung von Genealogischen Zweigbibliotheken wird vorangetrieben. Gegen Ende des Jahres 1980 setzt allerdings eine vom Schweizer Fernsehen angezettelte Hetzkampagne gegen die sich im Gang befindliche Mikroverfilmung genealogischer Unterlagen im Kanton Graubünden ein. Dies verschafft der Kirche im umstrittenen Themenkreis „Genealogie/Taufe für die Verstorbenen“ grosse Publizität, weil auch die Presse das Thema aufgreift. Etliche Artikel sind ausgewogen und sogar aufklärend, wie beispielsweise nachstehender, von Heinzpeter Znoj verfasster und in der „Bündner Zeitung“ vom 22. März 1981 veröffentlichter:
„Im Rahmen ihrer umfangreichen genealogischen Forschungen sind die Mormonen (Heilige der Letzten Tage) gegenwärtig bemüht, möglichst alle Kirchbücher in der Schweiz auf Mikrofilm zu kopieren. Ein Exemplar der mikroverfilmten Kirchenregister wird dem riesigen genealogischen Archiv im Hauptquartier der Mormonen, in Salt Lake City/Utah, USA – dem grössten seiner Art – beigefügt, während ein zweites in die einzelnen Gemeinde- bzw. kantonalen Staatsarchive kommt.
Obwohl die Mormonen damit den Kantonen eine sehr zeitraubende Kleinarbeit abnehmen, die dringend geworden ist, seit man da und dort von aus Kirchen verschwundenen und in obskuren Antiquariaten wiederaufgetauchten Kirchenbüchern hört, hält sich die Dankbarkeit dafür in Grenzen. Vielmehr begegnen die Mormonen in ihrem Bemühen in einzelnen Kantonen, so auch in Graubünden, offener Ablehnung nicht nur in der Bevölkerung, sondern auch bei den Behörden, und zwar, weil allerlei heimliche und pietätslose Verrichtungen, die die Mormonen mit den gesammelten Daten treiben würden, befürchtet werden. Sind diese Befürchtungen in irgendeiner Weise gerechtfertigt oder beruhen sie, wie so vieles, das religiöse Minderheiten betrifft, auf groben und falschen Vorurteilen?“
Der Verfasser verneint eine Rechtfertigung dieser Befürchtungen, indem er den Zweck der Tempelehe erstaunlich präzise darlegt, und dann fortfährt: „Zuvor ist allerdings noch nötig, dass beide stellvertretend getauft werden – auch diese Verrichtung findet im Tempel statt. Die so posthum „Getauften“ werden keine Mormonen, denn im Himmel wird nicht mehr zwischen Mormonen und Nichtmormonen unterschieden (in der Vorstellung der Mormonen kommen fast alle Menschen, welcher Religion sie auch angehören, in den Himmel) – das einzige Unterscheidungskriterium ist der Grad des Fortschritts auf die Gott-Gleichheit zu, worin die nach Mormonen-Art Getauften und Verheirateten einen gewissen Vorsprung auf die andern haben. Weil die Mormonen ein ausgeprägtes Verantwortungsgefühl für ihre Vorfahren haben, möchten sie möglichst ihnen allen Gelegenheit geben, sich „taufen“ und ihre Ehen „siegeln“ zu lassen (die Vorfahren sind frei, diese Verrichtungen anzunehmen oder nicht). Dazu aber ist die Kenntnis der Ahnenreihen nötig.“
In der Amtszeit Präsident Gyslers verzeichnet die Anwesenheit in der Abendmahlsversammlung eine Zunahme um 13% auf rund 43%, was auch auf die Einführung des Kompaktversammlungsprogramms zurückzuführen sein dürfte.
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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175 Jahrfeier
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Anhang der Chronik
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
