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Chronik

1980 – Heiligen Schriften

1980 – Neuübersetzung der Heiligen Schriften

Veröffentlichung der von Immo Luschin aus dem Grundtext neu übersetzten Heiligen Schriften: „Das Buch Mormon“, „Lehre und Bündnisse“ und „Die Köstliche Perle“.

Die Übersetzung wurde im Herbst 1972 von der Führung der Kirche angeordnet und im Mai von Immo Luschin – damals im Tempel in der Schweiz – mit dem Buch Mormon begonnen. Bruder Luschin erhielt von der damals für Europa bevollmächtigten Generalautorität den Rat:

„Bei aller Schwierigkeit, die ein so einmaliges Buch der heiligen Schrift dem Übersetzer entgegenstellt – schreiben Sie so, dass die einfachen Menschen den deutschen Text lesen und verstehen können und die Gebildeten sich an der klaren Sprache erfreuen.“

Der „Stern“ vom September 1980 erklärt zum Übersetzungsvorgang: Die Rohübersetzung wurde neun Korrektoren vorgelegt.

„Bei der neuen Übertragung kam es dem Übersetzer vornehmlich darauf an, die Eigenart es Buches Mormon zu bewahren: ‚Ich habe weder das Recht noch die Erlaubnis, den Stil des Übersetzers (Joseph Smith) zu verändern, doppeldeutige Stellen willkürlich in eindeutige Aussagen umzuzwingen, etwas wegzulassen – etwa weil man im Deutschen in ein und demselben Satz nicht zweimal dasselbe Wort gebrauchen dürfte – oder etwas hinzuzufügen.‘ Eine vor kurzem mit Hilfe eines Computers vorgenommene Zergliederung des Buches Mormon lässt erkennen, dass etwa 20 verschiedene Verfasser am Werk waren, und weder die von einer einzigen Person (Mormon) ausgeführte Überarbeitung noch die Übersetzung ins Englische (Joseph Smith) haben die Eigenheiten der ursprünglichen Verfasser zu verwischen vermocht.

Diese Eigenart der einzelnen Bücher beizubehalten war eine der grossen Herausforderungen bei der Übertragung ins Deutsche. …

Joseph Smith hat sich zweifellos auf den Wortlaut der ihm vorliegenden King-James-Version gestützt, dabei aber sehr deutlich und ganz bewusst die auf den Platten ersichtlichen Abweichungen eingebaut. Es war nicht die Aufgabe des deutschen Übersetzers, sich an den Wortlaut irgendeiner bestehenden deutschen Bibelübersetzung zu halten, sondern er hatte die Aufgabe, das Buch Mormon aus dem Englischen ins Deutsche zu übertragen.

Auf das Buch Mormon folgten ‚Lehre und Bündnisse‘ und die Köstliche Perle, und zwar die Abschnitte 1 bis 24, dann das Buch Mose aus der Köstlichen Perle, dann die LuB-Abschnitte 133 und 25 bis 123, die Lebensgeschichte Joseph Smiths, das Buch Abraham und schliesslich die Glaubensartikel und der Rest von LuB. Diese Reihenfolge wurde deshalb eingehalten, weil damit die sprachliche Entwicklung und Reifung nachvollzogen werden sollte, die Joseph Smith im Lauf seiner zweiten Lebenshälfte durchgemacht hatte.“

Die Kirche empfiehlt zudem neuerdings die Benutzung der „Einheitsübersetzung“ der Bibel von Herder. Die Übersetzung der Psalmen sowie des Neuen Testaments war erstmals gemeinsam von der Katholischen und der Evangelischen Kirche vorgenommen worden.

Bis Mitte der Achtziger Jahre erarbeitete ein Komitee des Pfahls Zürich eine Bestandesaufnahme sowie einen praxisnahen Leitfaden zum Themenkreis Wohlfahrt – Wachstum – Fortschritt. Der ganze Bereich „Wohlfahrt“ der drei Missionen der Kirche (Missionsarbeit – geistige und zeitliche Wohlfahrt – Tempelarbeit), wird zu oft nur mit Büchsenvorrat im Keller gleichgesetzt, als dass der direkte Bezug zum viel zitierten „Die Heiligen vervollkommnen“ wirklich erfasst und auch vermittelt würde. Es ist dies ein Leitfaden, der jedem Beamten der Kirche, der in irgendeinem Bereich der geistigen und zeitlichen Wohlfahrt tätig ist – letztlich also jedem Heimlehrer und jeder Besuchslehrerin –, zumindest auszugsweise vorliegen sollte, obwohl er seit seiner Erarbeitung offensichtlich fast ganz der Vergessenheit anheimgefallen ist.
Das Wohlfahrtswesen der Kirche wurde 1936 angesichts der Weltwirtschaftskrise grundlegend reformiert, was eine sofortige deutliche Effizienzsteigerung zur Folge hatte. Das Wohlfahrtsprogramm gründet auf der Priestertumsorganisation. Es ist dessen erklärtes Ziel, die Mitglieder zu befähigen, in ihren zeitlichen als auch geistigen Belangen selbständig und unabhängig zu sein (vgl. „Der Stern“, Mai 1978, S. 29ff, November 1984, S. 1ff, Oktober 1997, S. 23).

1980 – Kompaktversammlungsprogramm

Einführung des Kompaktversammlungsprogramms: Alle Kirchenversammlungen werden so umgewandelt und konsolidiert, dass sie in einen Dreistundenblock am Sonntagvormittag oder –nachmittag passen. Von langgeübten Bräuchen muss Abschied genommen werden.

Später in den Achtziger Jahren werden die Organisationen der Jungen Erwachsenen (JE) und für Besondere Interessen (BI) zu den Organisationen der Jungen Allein stehenden Erwachsenen (JAE) und der Allein stehenden Erwachsenen (AE) umorganisiert.

8./12. November 1980 – Oratorium «Lobet den Herrn»

Aufführung des szenischen Oratoriums „Lobet den Herrn“ von Professor Crawford Gates in Biel und in Winterthur, unter Mitwirkung der Mitglieder des Pfahls Zürich und des Distrikts Bern. Im Geleitwort zum abgegebenen Programm schreiben Pfahlpräsident Gysler und Distriktspräsident Dätwyler:

„Das szenische Oratorium „Lobet den Herrn“ wird im November in Biel und in Winterthur als gemeinsames Werk des Pfahles Zürich und des Distriktes Bern aufgeführt. Mitglieder und Freunde der Kirche haben ihre verschiedenen Talente und Kräfte zusammengelegt, um gemeinsam einen würdigen Anlass zum Gedenken des 150jährigen Bestehens der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage zu schaffen.

… Mit diesem Oratorium loben und preisen wir den Herrn, der heute wie vor alters durch Seinen Profeten zu den Menschen spricht, und der für unsere Sünden gelitten hat. Durch Sein Sühnopfer hat er die Auferstehung der ganzen Menschheit zustande gebracht. Es ist Seine Kirche, die vor 150 Jahren wiederhergestellt wurde.“

Am 22. August 1981 findet eine weitere Aufführung in Muttenz statt, mit rund 200 Teilnehmern und Teilnehmerinnen. Ein Rückblick ist im „Stern“ vom Januar 1983 enthalten.

(Bild 151 Lobet den Herrn)

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