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Chronik

2003 – Besuch beim Bundespräsident

5.-6. April 2003 – Menschen als Muster

Präsident Robert Koch wird anlässlich der Frühjahres-Generalkonferenz 2003 als Gebietsautorität-Siebziger – „Ein Wort, das es nur in der Kirche geben kann…“, wie Elder Marlin K. Jensen am 3. Mai während einer Konferenzversammlung des Pfahls Zürich bemerkt – vorgeschlagen und bestätigt.

In der Priestertumsführerschaftsversammlung vom 3. Mai gibt Präsident Koch den Priestertumsträgern noch die folgende Belehrung mit auf den Weg:

„[Der Herr] arbeitet mit guten Beispielen. Es sind Muster, die der Herr braucht, um den Menschen etwas zu zeigen. Der Herr erwartet von uns, ein Muster zu geben; zu dienen, für andere da zu sein.

Ein solches Muster finden wir im 3. Nephi 12:19-20, ebenso in den Versen 23-24:

„Und siehe, ich habe euch das Gesetz und die Gebote meines Vaters gegeben, damit ihr an mich glaubt und von euren Sünden umkehrt und mit reuigem Herzen und zerknirschtem Geist zu mir kommt. Siehe, ihr habe die Gebote vor euch, und das Gesetz ist erfüllt.

Darum kommt zu mir und lasst euch erretten; denn wahrlich, ich sage euch: Wenn ihr meine Gebote nicht haltet, die ich euch zu dieser Zeit geboten habe, werdet ihr auf keinen Fall ins Himmelreich eingehen.»

Und: „Darum: Wenn du zu mir kommst oder den Wunsch hast, zu mir zu kommen, und es fällt dir dabei ein, dass dein Bruder etwas gegen dich hat – so gehe deinen Weg zu deinem Bruder und versöhne dich zuerst mit deinem Bruder, und dann komme mit voller Herzensabsicht zu mir, und ich werde dich empfangen.“

4. Mai 2003 – Sechster Präsident Pfahl Zürich

An der Konferenz des Pfahls Zürich – welche seit dem Frühjahr 2001 in einer Halle der OLMA-Messen in St. Gallen stattfindet – wird Christian Bolt sen. von Elder Marlin K. Jensen, dem Zweiten Ratgeber in der Gebietspräsidentschaft Europa Mitte, zum sechsten Präsidenten des Pfahls Zürich berufen. Präsident Bolt bemerkt, er hätte vor einer Woche mit der Gemeinde das Lied „Nicht auf der Berge so steiler Höh“ (Gesangbuch, Nr. 180) gesungen: „Ich wusste nicht, was ich da sang, als ich sang ‚Ich gehe wohin du mich heisst, o Herr…‘.“ Er bittet die Mitglieder, für ihn und seine Ratgeber zu beten. Ausserdem wünscht er, dass die Mitglieder untereinander friedfertig seien: „Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet! Denn wie ihr richtet, so werdet ihr gerichtet werden, und nach dem Mass, mit dem ihr messt und zuteilt, wird euch zugeteilt werden. Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem Auge bemerkst du nicht? … Zieh zuerst den Balken aus deinem Auge, dann kannst du versuchen, den Splitter aus dem Auge deines Bruders herauszuziehen.“ (Matthäus 7:1-5).

Juni 2003 – Eine Rückschau

Samuel Joder, Hoher Rat für Öffentlichkeitsarbeit im Pfahl Bern, hält Rückschau auf seine Tätigkeit während der Amtszeit Präsident Louis Weidmanns. Schon seit 1990, als Präsident Weidmann noch Bischof der Gemeinde Solothurn war, ging das Bemühen dahin, den Bekanntheitsgrad der Kirche zu heben, und so organisierte man eine 90-Jahr-Feier der Gemeinde. Neben der Kantonsratspräsidentin folgten auch die Stadtpräsidenten von Solothurn und Grenchen sowie der Gemeindepräsident von Bellach der Einladung.

1992, 1994 und 1998 pflegte man intensive Kontakte zu den beiden Landeskirchen und beteiligte sich aktiv an verschiedenen Feierlichkeiten der beiden Kirchen.

Im Jahr 2000 wurde Samuel Joder von Bischof Melly beauftragt, die 100-Jahr-Feier der Gemeinde zu organisieren. „Dieser Anlass wurde – was Beachtung in der Öffentlichkeit betraf –, zu einem kleinen Volksfest. Die Dorfvereine machten alle mit. Die Musikgesellschaft spielte während zwei Stunden… Der Jodlerclub Seerose in Grossformation gab seine Lieder zum besten und selbst der katholische Kirchenchor umrahmte die Zeit während dem Apéro mit seinem Gesang.“ Wiederum nahmen zahlreiche Vertreter aus Politik und Religion an der Feier teil und Bischof Melly konnte verschiedene Radio- und Fernsehinterviews lokaler Sender geben.

Im Jahr 2001 gastierte das „Wind Symphony“-Orchester der BYU in Bellach und wieder nehmen Ehrengäste daran teil.

Im Februar 2003 beteiligt man sich zusammen mit der Schweizerischen Gesellschaft für Familienforschung (SGFF) an einem Stand an der MUBA, wo verschiedene Hilfsmittel zur Genealogischen Forschung vorgestellt wurden. Bilanz der insgesamt 45 geschulten Berater am Stand: 1’010 Beratungsgespräche, 2500 verteilte Broschüren und 500 abgegebene Pins.

13. Juni 2003 – Besuch beim schweizerischen Bundespräsidenten 

Die beharrlichen Bemühungen Samuel Joders ermöglichen den ersten Besuch einer Delegation von Vertretern der Kirche beim schweizerischen Bundespräsidenten in der über 150jährigen Kirchengeschichte unseres Landes: Um 10.00 Uhr empfängt Bundesrat Pascal Couchepin Elder D. Lee Tobler, Präsident des Gebiets Europa Mitte, Pfahlpräsident Louis Weidmann sowie Mark W. Prohaska vom Komitee Öffentlichkeitsarbeit in der Schweiz in seinem Büro in der Inselgasse in Bern.

Nach einer herzlichen Begrüssung durch den Bundespräsidenten stellt dieser den Brüdern seinen persönlichen Mitarbeiter Benno Bättig vor. Mark Prohaska übergibt dem Gastgeber als kleines Präsent aus der Deutschschweiz einen Sack Läckerli. Pascal Couchepin nimmt das Geschenk dankend entgegen, öffnet es sogleich und bietet den Brüdern die Läckerli an mit der Bemerkung: „Please partake of it first, to see if they are ‚gifted‘.“ („Bitte nehmen Sie zuerst davon, um zu sehen, ob sie vergiftet sind.“ [das englische Wort ‚gift‘ bedeutet ‚Geschenk‘ und Pascal Couchepin nutzte diese deutsch/englische Doppeldeutigkeit für seine humorvolle Bemerkung]). Schallendes Gelächter, und das Eis ist gebrochen.

Pascal Couchepin hat sich vorgängig gut über die Kirche informiert. Gleich von Beginn weg spricht er D. Lee Tobler mit „Elder“ an und erwähnt im Verlauf des Gesprächs immer wieder Einzelheiten der Kirche. Er erkundigt sich, ob die Kinder dem Glauben treu blieben. Die Frage ist schnell beantwortet: Tobler: sechs Generationen; Weidmann und Prohaska: je drei Generationen.

Innenminister Couchepin spricht im Gespräch auch auf die Missionare an, welche durch ihr gepflegtes Auftreten und die Namensschilder immer sofort auffallen. Die Brüder nehmen das Thema auf und bringen ihr wichtigstes Anliegen vor: Aufenthaltsbewilligungen für pensionierte Missonars-Ehepaare. Peter Gysler, Präsident des Vereins Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in der Schweiz, hatte im Vorfeld darauf aufmerksam gemacht, dass immer wieder Schwierigkeiten bei der Zulassung solcher Ehepaare aufträten. Mark Prohaska erläutert dem Bundespräsidenten die Problematik, indem er unter anderem auf die wirtschaftlichen Vorteile hinweist, die solche Vollzeitmissionare der Schweiz bringen. Pascal Couchepin zeigt Verständnis für das Anliegen und bittet darum, das „Problem-Dossier“ seinem persönlichen Mitarbeiter einzureichen, welcher sich der Angelegenheit annehmen würde.

Präsident Weidmann überreicht Pascal Couchepin eine schön eingeramte Proklamation „Die Familie“ und untermauert den Wert und die Wichtigkeit der Familie. Überdies erwähnt er, dass die Familie über den Tod hinaus bestehen bleiben kann. Über die Tatsache, dass die Mormonen üblicherweise mehr Kinder haben als der schweizerische Durchschnitt, schmunzelt der Innenminister und erkundigt sich nach der Anzahl Kinder der anwesenden Brüder: Prohaska vier, Weidmann fünf und Tobler sechs. Herr Bättig meint, an seinen Chef gewandt, das sei doch die Lösung zur Sicherung der AHV! Pascal Couchepin erkundigt sich auch nach der diesbezüglichen Situation in Afrika, da dort die Stämme doch wichtiger seien als die traditionelle Familie. Elder Tobler beantwortet die unerwartete Frage souverän, indem er darauf hinweist, dass die Kirche in Afrika einen riesigen Erfolgt verzeichne, und dass diese neuen Mitglieder den Sinn und die Wichtigkeit der Familie klar verstünden.

Elder Tobler erkärt ferner die Wiederherstellung der Kirche und weitere wichtige Evangeliumsgrundsätze und Besonderheiten der Kirche. Zum Schluss überreicht er dem Bundespräsidenten eine in Leder gebundene, französische Dreifachkombination ‚Le Livre de Mormon‘, ‚Les Doctrine et Alliances‘ und ‚La Perle de Grand Prix‘. Überdies händigt ihm Mark Prohaska das Buch „The Mission“ sowie eine Einladung für die 150-Jahr-Feier aus.

Dieses interessante Gespräch beim Bundespräsidenten, in einer herzlichen, von gegenseitigem Respekt und Höflichkeit getragener Atmosphäre, bildet den würdigen vorläufigen Schluss dieser Chronik, und es bleibt zu hoffen, dass ihr noch manch bedeutendes Ereignis hinzugefügt werden wird. Ohne zu zögern kann, wie es Apostel Lorenzo Snow schon vor 150 Jahren ausdrückte, „Gutes von der Schweiz prophezeit“ werden!

Zu Besuch beim Bundespräsidenten (von links nach rechts): Pfahlpräsident Louis Weidmann, Bundespräsident Pascal Couchepin; Gebietspräsident D. Lee Tobler; Öffentlichkeitsbeauftragter Mark W. Prohaska)

175 Jahrfeier

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