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Chronik

1955 – Einweihung Bern Tempel

21. März 1955 – Gemeinden im Nahosten

Die Gemeinden in Beirut (Libanon) und Aleppo (Syrien) werden von der Schweizerisch-Österreichischen Mission betreut. Sie waren bisher der Nahost Mission zugeteilt.

27. März 1955 – Gründung Ältestenkollegien

Gründung der ersten zwei Ältestenkollegien der Schweizerisch-Österreichischen Mission: Kollegium 1 unter der Leitung von Hans K. Lütscher für die Distrikte Winterthur und Zürich; Kollegium 2 unter der Leitung von Nils J. Sandholm für die Distrikte Basel und Bern.

30. April 1955 – Neue Kontakte wegen Tempelbau

Seit dem 27. Februar haben 5’648 Personen den Tempel besucht und besichtigt, und 6’063 Gespräche mit Passanten konnten geführt werden. Der Bau und die Fertigstellung des Tempels tragen viel dazu bei, dass die Missionare neue Kontakte knüpfen können zu Menschen, die sich für die Lehren der Kirche interessieren.

30. Mai 1955 – Basler Polizei

Die Basler Polizei teilt Missionspräsident Perschon mit, die Missionare dürften in dieser Stadt weder von Tür zu Tür gehen, noch Broschüren verteilen, sondern nur von der Kanzel aus predigen und ihre Broschüren per Post verschicken. Präsident Perschon lässt die Polizei wissen, in der Schweiz gälte die Religionsfreiheit und überdies werde hier schon seit über 100 Jahren missioniert.

29. August und 4. September 1955 – Bündnisse im Haus des Herrn

Missionspräsident Perschon führt mit den Mitgliedern, die ihre Begabung im Tempel zu empfangen wünschen, Interviews. Sie erhalten Anweisungen von ihm darüber, wie wichtig es ist, dass man das Haus des Herrn würdig betritt und werden – so weit dies möglich ist – über die Bündnisse belehrt, die sie im Tempel eingehen werden. Insgesamt unterzeichnet Präsident Perschon 110 Tempelscheine für die Mitglieder der Schweizerisch-Österreichischen Mission.

Um die Mitglieder auf das grosse Ereignis des Tempelbesuchs vorzubereiten, war Elder Richard Svade durch die Schweiz und Österreich gereist, hatte die Mitglieder in genealogischer Forschung unterrichtet und sie auch persönlich über den Tempel belehrt.

3. September 1955 – Gordon B. Hinckley in Zürich

Elder Gordon B. Hinckley, Assistent vom Rat der Zwölf Apostel, und seine Frau treffen auf dem Flughafen Zürich-Kloten ein. Sie bringen die Filme und Tonbänder für die Tempelzeremonien mit. Die Zollbeamten sind der Meinung, das Material müsse in Bern überprüft werden, und sie nehmen es Elder Hinckley ab mit dem Hinweis, er könne sich am darauffolgenden Tag auf dem Zollbüro in Bern darum bemühen.

5. September 1955 – Tonbänder beim Zollbüro

Elder Hinckley und seine Frau, Missionspräsident Perschon sowie Elder Tobler fahren zum Zollamt in Bern, um die beiden Trommelbehälter mit den Tempelzeremonien abzuholen. Ein äusserst zuvorkommender Beamter ist ihnen eine grosse Hilfe. Die führenden Brüder hatten sich grosse Sorgen gemacht, jemand Uneingeweihter könnte die Filme sehen und die Aufnahmen hören wollen. Sie hatten deswegen auch gefastet und gebetet. Elder Hinckley werden verschiedene Fragen gestellt, worauf er die Siegel an den Behältern öffnen und den Inhalt vorzeigen muss. Die Brüder der Kirche bemühen sich, dem zuständigen Beamten weitere Erklärungen dazu abzugeben, und plötzlich scheint dieser zu verstehen, um was es sich da wirklich handelt. Zuvorkommend füllt er alle möglichen Meldungen aus und verlässt mehrmals sein Büro, um mit der Filmkontrollstelle zu sprechen. Schliesslich dürfen die Brüder die Aufnahmen mitnehmen. Alle haben sie das sichere Gefühl, der himmlische Vater sei mit ihnen gewesen und habe auch den Zollbeamten beeinflusst, sodass sie die heiligen Aufzeichnungen ungehindert zum Tempel bringen können.

Das neue Gemeindehaus in Thun.
(Aus: „Der Stern“, April 1955, S. 125.)

10./14. September 1955 – Tabernakel Chor in Bern

Auf seiner Europatournee trifft der weltbekannte Mormonen Tabernakel Chor in Bern ein und gibt am 10. September ein Konzert vor 3’500 Zuhörern. Die begeisterte Zuhörerschaft bringt ihre Wertschätzung nach jeder Nummer durch starken und wiederholten Applaus zum Ausdruck.

Im vollbesetzten Grossen Saal der Tonhalle Zürich wiederholt der Chor das Konzert am 14. September, auch hier unter regem Beifall des Publikums. Unvergessen bleibt den Anwesenden, dass Präsident David O. McKay von Bern extra mit dem Auto nach Zürich gereist war, um dem Konzert beizuwohnen. Als er den Grossen Saal der Tonhalle betritt, stehen alle Anwesenden – auch die Nichtmitglieder im Publikum – auf, um dem Propheten gegenüber ihre Ehrerbietung zum Ausdruck zu bringen. Es ist dies ein äusserst feierlicher Moment.

In den meisten Zeitungen im ganzen Land erscheinen Berichte über den Auftritt des Chors. So auch im „Neuen Winterthurer Tagblatt“, das unter anderem schreibt:

„Die Qualität des Chores, der sich in bunter Folge amerikanischen und europäischen Werken geistlichen Inhalts im weitesten Sinne widmete, war ganz ausgezeichnet. Alle sangen auswendig, und zwar merkwürdigerweise bald sitzend und bald stehend. Obwohl es sich nicht um Berufssänger handelte, schienen die Stimmen sehr geschult und waren von berückendem Wohlklang. Man lernte auch einige Gesänge kennen, die von Mormonen komponiert waren. Das Konzert als ganzes hatte einen durchschlagenden Erfolg. Auch wenn man zur Religion der Mormonen nicht das geringste Verhältnis besitzt, konnte man sich seiner Wirkung, die aus der bekennenden Hingabe dieser Sängerinnen und Sänger an ihre Aufgabe erwuchs, nicht entziehen.“

Die strahlende Freude aller Beteiligten wird überschattet von einem tragischen Flugzeugabsturz auf dem Rückflug nach Salt Lake City, als die United Air Lines-Maschine mit fünf Mitgliedern des Tabernakel Chors an Bord nur eine Stunde vom Zielflughafen entfernt am Gipfel des Medicine Bow Peaks in den Rocky Mountains zerschellt. Präsident David O. McKay zeigt sich aufs tiefste bestürzt (siehe: „Fünf kamen nicht zurück“; „Stern“ vom 1. Januar 1956).

11.-15. September 1955 – Einweihung Bern Tempel

Präsident David O. McKay weiht den Tempel in 10 Weihungssessionen. Die erste Session ist für die Mitglieder des Tabernakel Chors und ihre Ehepartner bestimmt. Präsident McKay sagt, es seien frühere Präsidenten und Apostel der Kirche anwesend, darunter auch Joseph Smith und Brigham Young. Es herrscht ein wunderbarer, feierlicher Geist, und alle Anwesenden spüren die Heiligkeit und Feierlichkeit der Stunde. In einer seiner Reden während der Weihungsfeierlichkeiten sagt Präsident McKay über den Sinn eines Tempels das Folgende:

„Ich spreche heute zu Mitgliedern dieser Kirche, von denen ich hoffe, dass jedes einzelne die Sicherheit hat, dass der Mensch nach dem Tode weiterleben wird, und ich hoffe, dass ein jeder von Ihnen die Sicherheit hat, die Apostel Thomas nach dem Tode und der Kreuzigung des Erlösers erhielt, als zwei Wochen nach seinem Tode der Erlöser in einem oberen Zimmer des Raumes erschien, obwohl die Türen verschlossen waren… An diesem zweiten Sonntag erschien Christus ihnen [den Aposteln], als Thomas zugegen war, und indem Er sich zu Thomas wandte, sagte Er: „Komm hierher Thomas, fühle die Nägelmale in meinen Händen, komm, lege die Hände in meine Seite, und sei nicht ungläubig, komm zweifle nicht, sondern glaube.“ Die Schrift sagt nichts von der Haltung, die Thomas bei diesen Worten des Erlösers einnahm, aber ich stelle mir vor, dass er seinen Kopf gesenkt hatte, als er ausrief: „Mein Herr und mein Gott!“ Und der Erlöser sagte zu ihm: „Weil du gesehen hast, glaubst du, aber gesegneter sind die, die glauben, ohne gesehen zu haben.“

Dieses Haus, das wir diese Woche einweihen, wurde gebaut, weil wir wissen, dass der Tod nicht das Ende dieses Lebens ist, sondern dass die Geister weiter leben werden. Wir können auch nicht die Stimmen unserer Lieben hören; wir können sie nicht sehen; wir fühlen sehr selten ihre Gegenwart; aber sie sind in ihrer Umgebung so gegenwärtig, dort, wo sie für uns tot sind, genau so wie wir uns hier in diesem Haus befinden.“

Der Schweizer Tempel ist, seit der Zerstörung des Tempels in Jerusalem im Jahre 70 n. Chr., der erste in der Alten Welt errichtete und in Betrieb genommene Tempel.

Präsident David O. McKay
Die überragende Gestalt unte den Besuchern war doch Präsident David O. McKay. Übrigens feierte er in Bern am 8. September 1955 auch seinen 82. Geburtstag. Viele hatten die Gelegenheit, ihm ihre persönlichen Glückwünsche darzubringen. Wo immer er schien, erregte er die Bewunderung der Besucher.

15. September 1955 – Samuel E. Bringhurst als Tempelpräsident

Samuel E. Bringhurst, früherer Missionspräsident der Schweizerisch-Österreichischen Mission, wird als erster Tempelpräsident eingesetzt.

175 Jahrfeier

Historische Plätze

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