9. Juli 1957 – Julius Billeter
Im „Stern“ des Monats Oktober erscheint ein Nachruf, verfasst von Schwester Rosa Holzer, auf Bruder Julius Billeter, der sein ganzes Leben der Genealogischen Arbeit widmete. Der Artikel enthält kirchengeschichtlich interessante Angaben über das Leben und Wirken Bruder Billeters als Genealoge für zahlreiche Mitglieder der Kirche:
„Br. Julius Billeter wurde in Igis/Landquart, Kt. Graubünden, am 14. Oktober 1869 geboren. Schon seine Grossmutter mütterlicherseits war eines der ersten Mitglieder der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, und auch ihre Tochter schloss sich dieser Kirche an. Julius war das zweitälteste von zehn Kindern.»
Es war damals nicht leicht, Mitglied der Kirche zu sein, denn viel Spott und Hohn mussten die ersten Anhänger erfahren und über sich ergehen lassen. So war es gewiss zu verstehen, wenn die damaligen Mitglieder sich sehnten, nach Utah auszuwandern, um ungestört ihres Glaubens leben und in die heiligen Tempel gehen zu können.
Die damaligen Missionare waren bereit, heranwachsende Söhne und Töchter mitzunehmen und für sie zu sorgen, bis die Eltern nachkamen. So zählte auch der kleine Julius zu einer solchen Gruppe, die nach Amerika auswanderte. In Amerika angekommen, kam jedes der Kinder in eine andere Familie, doch waren sie sich ziemlich nahe, und wenn das Heimweh an ihnen nagte, trösteten sie sich gegenseitig. Es verstrich noch ein gutes Jahr, dann kamen auch die Eltern und Geschwister nach Utah nach, und die Familie war wieder vereint.
Nach beendeter Schulzeit erlernte der heranwachsende Jüngling den Schreinerberuf, der ihn aber nie so ganz befriedigte. In der Lehre der Kirche der Heiligen der Letzten Tage gut unterrichtet, beschäftigte er sich stets mit dem Gedanken, wie man denen helfen könnte, die ohne die heilige Taufe gestorben seien.
In den Jahren 1892 bis 1894 war Julius auf Missionsreisen. Aus dieser Zeit konnte er interessant erzählen von seinen Erlebnissen als Missionar und wie wunderbar er und sein Mitarbeiter beschützt wurden. Nach beendeter Mission wieder in Amerika, beschäftigte er sich immer mehr mit seinem Problem [bezüglich der Erlösung der Verstorbenen] und schrieb für den Amerikanischen Beobachter Artikel, in denen er seine Bedenken niederlegte.
… Präsident Wilford Woodruff prüfte die Sache, legte … dem jungen Mann die Hände auf die Schultern und sagte: „Meinen Segen zu Deiner Arbeit, mein guter Junge, der Herr segne Dich, denn Deine Gedanken sind edel und gut.“
Von Hoffnung und Mut erfüllt, reiste er zunächst allein in die Schweiz, um mit den Forschungen zu beginnen. Der Anfang war schwer, denn er hatte keinen Lehrer, der ihn einführte oder an die Hand nahm. Aber bald fühlte er seine Berufung, und auch die Autoritäten der Kirche erkannten dies. Als er dann seiner Frau schrieb, er werde bald nach Hause zurückkehren, sandten sie ihm von der Kirche aus Frau und Töchterchen nach … .“
Die Familie wohnte in Winterthur, doch die Zeit in den Jahren des Ersten Weltkriegs war hart, weshalb die Familie nach Kriegsende beschloss, nach Amerika auszuwandern. Aber die Schweizer in Utah liessen Bruder Billeter keine Ruhe, und so kehrte er im Jahr 1921 in die Schweiz zurück, diesmal nach St. Gallen. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlossen die Eltern, deren Kinder mittlerweile alle in Amerika lebten, auch wieder nach Amerika zurückzukehren und dort den Lebensabend zu verbringen. Aber die Schweizer in Utah drängten erneut, er möge die Forschungsarbeit in der Schweiz fortsetzen, weshalb er und seine Frau 1946 ein drittes Mal in die alte Heimat zurückkehrten, wiederum nach St. Gallen. Hier verstarb nach fünf Jahren seine Frau, und Bruder Billeter folgte ihr sechs Jahre später nach.
Genealogischer Bogen der Familie Meierhofer. Die genealogische Forschung und Datenaufbereitung wurde in den Neunziger Jahren mit dem Einsatz der Computertechnologie (PAF-Programm: Personal Ancestral File) stark vereinfacht. Seit 1999 können genealogische Informationen auch per Internet abgerufen werden (www.familysearch.org).
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
