Die Entwicklung der Kirche im Tessin
1963-2003
von Theo Weiss
Verfasst im April 2003
Der Zweig Lugano ist der einzige Zweig der Kirche auf Schweizer Gebiet auf der Alpensüdseite.
Als Vorgeschichte ist zu erwähnen, dass wir, die Familie Weiss, knapp einen Monat nach unserer Taufe in Zürich unseren Wohnsitz in das Tessin, in die Nähe von Lugano, verlegten. Kurz nachdem wir uns hier niedergelassen hatten, erhielten wir vom Präsidenten der Gemeinde Zürich, Bruder Roffler, die Adresse eines Mitglieds, Bruder Carlo Ammann, der auch in der Nähe von Lugano wohnte, etwa 20 Kilometer von uns entfernt. Wir trafen uns regelmässig am Sonntag in unserem Haus in Arogno, um eine Art Sonntagsschule abzuhalten.
Im Juni 1963 beginnt die Geschichte des Zweigs Lugano mit der Ankunft der ersten vier Missionare, die Ältesten Condie, Camberlang, Mascaro und Fischio. Es wurde in einem alten Haus in Lugano-Viganello eine kleine Wohnung als Versammlungskapelle gemietet, die ersten Taufen wurden abgehalten; ein Bruder wurde im Flüsschen Cassarate bei Lugano getauft, ein anderer bei uns daheim in Arogno.
Es gab noch keine Mission in Italien, wir gehörten zur Mission Zürich, und die Missionare, die hierher kamen, sprachen nur ein wenig Deutsch, aber kein Wort Italienisch; so mussten sie zuerst die Umgangssprache lernen. Es gab weder das Buch Mormon noch andere Schriften auf Italienisch, alles musste aus dem Englischen oder Deutschen übersetzt werden. Es waren auch keine Leitfäden vorhanden, alles wurde improvisiert, wir fühlten uns als richtige Pioniere. Trotzdem ging die Arbeit vorwärts, es wurden mehrere Personen getauft, es kamen neue Missionare; jedesmal, wenn die Kapelle zu eng wurde, mussten wir uns nach grösseren Räumlichkeiten umsehen.
In den Jahren 1966-67 wurde erstmals eine Zweigpräsidentschaft organisiert, bis dahin hatten die Missionare fast alles besorgt. Bruder Heinz Knab wurde als Präsident berufen und Bruder Ammann als sein Ratgeber. Es wurden die Frauenhilfsvereinigung und die Primarvereinigung organisiert mit den Schwestern Lice Weiss und Ursula Bolognesi als Präsidentinnen. 1968 bezog der Zweig Räumlichkeiten in Lugano-Viganello. Es war ein kalter Winter und die Heizung funktionierte meistens nicht – wir haben selten so viel gefroren.
Zwei Seminarschülerinnern vor dem Gemeindehaus in Lugano-Pregassona
Fotographie vom 5. Juni 2003
(Zur Verfügung gestellt von Frieda V.P. Michelini, Lugano.)
Inzwischen war auch in Italien eine Mission organisiert worden, es wurde der Distrikt Lombardei organisiert mit den Zweigen Lugano, Milano I, Milano II, Brescia, Genua und Turin. Als Distriktspräsidentschaft wurden Bruder Marco Alberganti von Turin und Bruder Weiss von Lugano berufen. Da der Distrikt sehr weitläufig war, gab es viel zu fahren, doch es war eine schöne Zeit, wir konnten selber sehen, wie die Kirche hier aus kleinsten Anfängen langsam wuchs und stark wurde.
Da es jetzt in Lugano mehrere Priestertumsträger gab, konnte das Kollegium des Melchisedekischen Priestertums organisiert werden. Auch alle Hilfsorganisationen wurden neu organisiert, alle wichtigen Schriften waren auf Italienisch verfügbar, wir erhielten Leitfäden und Instruktionen, man musste nicht mehr alles improvisieren. Mehr Räume waren vorhanden, alle Organisationen konnten ungestört arbeiten.
1981 wurde der Pfahl Mailand von Apostel Ezra Taft Benson organisiert, der Zweig Lugano gehörte auch zu diesem Pfahl. Wir suchten Bauland in Lugano, um eine Kapelle zu bauen, aber es gab viele Schwierigkeiten, Preis, Lage usw. Endlich, 1984, die frohe Botschaft: Ein Bauland wurde in Pregassona, in der Nähe von Lugano gefunden.
Dann der erste Spatenstich, vom Pfahlpräsidenten des Pfahles Mailand; der Bau des Gemeindehauses und der Bezug durch den Zweig 1990 (nach 27 Jahren kreuz und quer durch Lugano). Am 21. März 1991 wurde das Gemeindehaus durch Pfahlpräsident Raimondo Castellani dem Herrn geweiht.
Der Zweig Lugano wächst; gegenwärtig gehören wir zum Distrikt Como, der aus den Zweigen Como, Lugano, Varese und Erba besteht. Unser Ziel ist ein Pfahl Como. Das bedingt natürlich viel Arbeit und Einsatz aller Mitglieder; doch mit der Hilfe des Herrn ist alles möglich – es ist ja Sein Werk und nicht das unsere.
So bitten wir Gott von Herzen, Er möge Sein Werk segnen, auf dass es wachse und gedeihe.
Anhang der Chronik
Kapitel Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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175 Jahrfeier
Anhang der Chronik
Kapitel Chronik
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)