Januar 1853 – Kirchenzeitschrift „Le Réflecteuer“
Herausgabe der ersten in der Schweiz publizierten, monatlich erscheinenden Kirchenzeitschrift „Le Réflecteur“ in Lausanne, die als Hilfs- und Kontaktmittel dient. Serge L. Ballif finanziert eine jeweilige Auflage von 1500 Exemplaren; bis Ende 1853.
Februar 1853 – Herausgabe „Eine Stimme der Warnung…“
Herausgabe des verbreiteten Werks „Eine Stimme der Warnung und Belehrung für alle Völker“ von Parley P. Pratt vom Rat der Zwölf in Hamburg, unter der Leitung des dortigen Missionspräsidenten Daniel Carn.
12. Februar 1853 – Wirkung von „Le Réflecteuer“
Die Herausgabe der Kirchenzeitschrift „Le Réflecteur“ zeigt auch in der Deutschschweiz Wirkung: Das „Wochenblatt der Bezirke Meilen und Hinwil“ im Kanton Zürich schreibt: „Die Mormonen, die Heiligen der Letzten Tage, wie sie sich nennen, die jetzt ihre Hauptniederlassung, ihr irdisches Canaan, am grossen Salzsee im fernen unbewohnten Westen der Vereinigten Staaten haben, – diese höchst sonderbare Religionssekte soll auch in der Schweiz Proselyten machen. Der Hauptsitz der Werbung soll Lausanne sein, wo sie ein eigenes Organ, „Le Réflecteur“, gegründet haben. Auch in Genf soll eine Mormonengemeinde sich bilden. Der Unsinn ist ansteckend.“
14. Februar 1853 – Der Beginn in Basel
Missionspräsident Stenhouse begibt sich mit den Brüdern Ballif und Frederick Roulet nach Basel im Bestreben, die Evangeliumsbotschaft auch in der deutschsprachigen Schweiz zu vermitteln. In Basel angekommen, sind sie nicht wenig überrascht, das Buch Mormon im Schaufenster eines Buchhändlers vorzufinden. Auf Anfrage erklärt der Buchhändler, dass er in einer Berliner Zeitung von den Mormonen gelesen und daraufhin das Buch Mormon bestellt habe.
26. März 1853 – Erster Deutsch sprechender Missionar
Von Hamburg herkommend trifft Elder George Mayer von der Deutschen Mission als erster Deutsch sprechender Missionar in Basel ein. Missionspräsident Stenhouse hatte den Präsidenten der Deutschen Mission, Daniel Carn, in einem Brief darum ersucht, ihm ein oder zwei Deutsch sprechende Missionare für die Arbeit in der deutschsprachigen Schweiz zu schicken. Sogleich nimmt Elder Mayer die Missionsarbeit auf.
April/Mai 1853 – Schwierigkeiten mit Aufenthaltsbewilligung
Wegen Schwierigkeiten, eine Aufenthaltsbewilligung in Basel zu bekommen, beschliessen Missionspräsident Stenhouse und Elder Mayer, in den Kanton Baselland umzuziehen. Am 3. Mai bezieht Elder Mayer ein Zimmer in Birsfelden und setzt die Verbreitung der Evangeliumsbotschaft mit einigem Erfolg fort.
Dezember 1853 – Der Beginn in Zürich
Anfang Dezember wird Elder Mayer nach Zürich versetzt. Gleich in der ersten Woche sucht er die Familie des ehemaligen Gemeindeschreibers Hans Jakob Hug in Weiningen auf, dessen 21-jährigen Sohn Johannes er im September in Basel getauft hatte. Etliche Mitglieder der Familie Hug zeigen in den darauffolgenden Monaten Interesse an den Lehren der Kirche und lassen sich taufen.
Mitglieder der Familie Hug aus Weiningen, Kanton Zürich: Hans oder Johann Jakob Hug (1793-1860), Familienvorstand und früherer Gemeindeschreiber von Weiningen; Regula (Rachel) Hug (1824-1910); David Hug (1834-1890) und Johann Rudolph Hug (1836-1905).
Die Familie von Johannes Hug (1832-1907), neben seiner Frau Olena C. E. geb. Hoth (1832-1904) sitzend, mit Sohn Henry H. Hug (1859-1930) und Tochter Lydia Matilda Hug (1871-). Die Mutter Regula geb. Stelzer (1801-1861) sowie die hier aufgeführten Kinder und die Söhne Hans Jakob (1827-1870) und Heinrich (1829-1902) wanderten alle nach Utah aus.
(Mit Genehmigung von panarchiv.)
In Wiedikon knüpft Elder Mayer im Januar 1854 Kontakt zur Familie von Hans Ulrich Briner, deren Sohn, Ulrich Briner, im März 1853 im Alter von 26 Jahren bei einem Arbeitsunfall das Augenlicht verloren hatte. Bevor der Kontakt zu Elder Mayer zustande kam, hatte Ulrich Briner von einem Mann „von hoher Gestalt und grauem Barte“ geträumt, der ihn „um die halbe Erde führte auf eine grüne Hochebene mit einer wunderschönen Stadt“. Nach Bekanntwerden der Ankunft Elder Mayers in Zürich drängte Ulrich seine Mutter, diesen aufzusuchen und auf den Bauernhof, den die Briners besitzen, einzuladen. Fast die ganze Familie Briner sowie etliche Personen aus der Nachbarschaft, darunter die Familie Mathys, schliessen sich der Kirche an.
Haus der Familie Briner oder Bryner in Wiedikon. Im Zimmer mit dem dunklen Giebelfenster wohnten Elder Georg Mayer und weitere Missionare. Es wird davon berichtet, Nachtbuben hätten die Scheiben mit Steinen eingeworfen; auch sei die Kanzel der Mormonen in den Feuerweiher geworfen worden. Ganz in der Nähe des früheren Hofs verläuft heute die „Brinerstrasse“, die offensichtlich nach dem früheren Anstösser benannt worden war.
Aus: „Mormonen, die aus Wiedikon kamen“, „Wiediker Post“ vom 17.11.1995.
(Reproduktion mit Genehmigung des Baugeschichtlichen Archivs der Stadt Zürich (00037) vom 26.05.2003.)
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
