Mai 1855 – Zweite Herausgabe „Der Darsteller“
Herausgabe der zweiten, in der Schweiz publizierten und zugleich für alle deutschsprachigen Mitglieder gedachten, monatlich erscheinenden Kirchenzeitschrift Der Darsteller der Heiligen der Letzten Tage in Genf unter der Leitung des Missionspräsidenten Tyler. Der sprachlich unbewanderte Präsident Tyler sieht sich allerdings genötigt, „einen Mann von ausserhalb der Kirche anzuheuern“, der die notwendigen Übersetzungsarbeiten vornimmt. Die Herausgabe des „Darstellers“ wird unter den nachfolgenden Missionspräsidenten John Lyman Smith und Jabez Woodard in unregelmässigem Erscheinungsrhythmus fortgeführt; ab der Dezemberausgabe des Jahres 1855 erscheinen Gedichte und Liedübersetzungen – einige sind noch im Gesangbuch von 1996 enthalten – von Karl Gottfried Mäser und dessen Schwager Eduard Schönfeld, aber auch von anderen der frühen Mitglieder; bis Februar 1861.
4. Juli 1855 – Taufe Karl Mäser
Im Missionsbüro in Genf trifft ein Brief aus Dresden von einem gewissen Karl Gottfried Mäser ein. Dem Oberlehrer am Budich Gymnasium in Dresden war ein Flugblatt über die Mormonen aufgefallen, dessen „unvernünftigen Folgerungen und zynischen Einwürfe… meine Neugierde [erweckten] und einen unwiderstehlichen Wunsch, mehr über den Gegenstand der Verbitterung [des Verfassers] zu erfahren…“. Der Brief macht einen schlechten Eindruck auf Missionspräsident Tyler, und er schickt ihn unbeantwortet an den Absender zurück, „da es höchstwahrscheinlich nur ein Streich der deutschen Polizei wäre, uns in unseren Beziehungen zu Deutschland zu fangen“. Befremdet durch diese ungewöhnliche Handlungsweise nimmt Karl G. Mäser Kontakt mit Elder John Van Cott in Kopenhagen auf, der daraufhin Präsident Tyler auffordert, mit Karl Mäser in Verbindung zu treten. Dieser schickt den aus der Schweiz ausgewiesenen und nun in Grossbritannien weilenden Elder William Budge nach Sachsen zu Karl G. Mäser und dessen Verwandten mit dem Auftrag, die Familie in der Lehre der Kirche zu unterweisen. Am 14. Oktober 1855 wird Karl G. Mäser in der Elbe getauft, und er erlebt noch am gleichen Abend eine wunderbare Kundgebung des Wirkens des Heiligen Geistes durch die Gabe der Zungenrede. Ein genauer Bericht dieser Ereignisse findet sich im Anhang.
Karl G. Mäser dient später als Präsident der Schweizerisch-Deutschen Mission von Juni 1868 bis Juli 1870. 1876 wird er damit beauftragt, die Brigham Young Akademie (heutige Bezeichnung: Brigham Young University, BYU) in Provo, Utah, zu gründen.
Einladung der Deutsch-Österreichischen Mission aus dem Jahr 1928, zur Feier des hundertsten Geburtstags von Karl Gottfried Mäser (1828-1901; die Angabe 1903 ist ein Druckfehler). Bruder Mäser war zeitlebens eine geachtete Führerpersönlichkeit. Ein bleibendes Denkmal hat er sich ohne Zweifel mit der Errichtung der Brigham Young Akademie in Provo, Utah, geschaffen.
(Aus: „Memoirs of Rose Ellen Bywater Valentine“, 1962.)
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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175 Jahrfeier
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Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
