1998 – 150 Jahre Schweiz
Die Schweiz feiert den 150. Jahrestag seit der Gründung des Schweizerischen Bundesstaats.
1. März 1998 – Bewerbung um einen Sitz im Stadtrat
Bei den Zürcher Gemeinderats- und Stadtratswahlen bewirbt sich Bischof Vilmar Krähenbühl der Gemeinde Altstetten Zürich um einen Sitz im Stadtrat. Es ist dies das erste Mal in der Geschichte der Kirche in der Schweiz, dass sich ein aktives Mitglied um einen Sitz in der Exekutive einer grossen Schweizerstadt bewirbt. Bei neun zu vergebenden Sitzen erreicht Bischof Krähenbühl den 12. Platz. Trotz der Niederlage trägt seine Kandidatur der Kirche viel Publizität ein; noch selten in den vergangenen Jahrzehnten war während eines Wahlkampfs so viel über christliche Werte gesprochen worden wie 1998.
Stadtratswahlen in Zürich, 1998: Die Karikatur im „Tagblatt der Stadt Zürich“ vom 30. Januar 1998 zeigt Bischof Vilmar Krähenbühl, welcher sich für die Schweizerische Volkspartei um einen Sitz im Stadtrat bewarb. Die Kirche rät ihren Mitgliedern seit jeher, sich aktiv am öffentlichen Leben zu beteiligen. Sie mischt sich selbst jedoch nicht ins politische Geschehen ein und schreibt ihren Mitgliedern auch nicht vor, welcher politischen Partei sie sich anschliessen sollen. Die Kirche unterstützt jedoch gelegentlich Mitglieder oder ihr zugewandte Gruppierungen, die sich dafür einsetzen, dass die von ihr vertretenen Wertvorstellungen geschützt werden.
28. – 31. Mai 1998 – Tannenbaum im Wüstenklima
Elder Jeffrey R. Holland vom Rat der Zwölf besucht die Schweiz und hält eine gut besuchte, sehr geistige Versammlung im Pfahlhaus Zürich. Seine Frau, die ebenfalls zu den Versammelten spricht, erwähnt eine Begebenheit aus dem Leben einer ihrer Vorfahrinnen aus der Schweiz, die kleine Tannenbäume aus der Heimat in das wüstenähnliche Klima nach St. Georg im Süden Utahs mitgebracht haben soll. Auf die mitleidige Bemerkung der Umstehenden hin, diese Bäumchen, die sie da gerade pflanze, würden das Wüstenklima niemals überleben, ging sie gar nicht ein oder dann derart, dass sie jeden Tag mit schweren Eimern Wasser beladen den weiten Weg von der Wasserstelle bis zu dem Ort, wo sie die Bäumchen gepflanzt hatte, zurücklegte, um sie zu tränken. Schwester Holland erzählt, wie sie als kleines Mädchen immer wieder staunend die grossgewachsenen Tannen bewundert habe, die noch lange nach dem Tod ihrer Schweizer Vorfahrin schweigend, und dennoch beredt, Zeugnis ablegten vom Glauben und dem starken Willen einer einfachen Pioniersfrau des 19. Jahrhunderts.
31. Mai 1998 – Dritter Präsident Pfahl Bern
Elder Holland besucht die Pfahlkonferenz des Pfahls Bern und beruft Louis Weidmann zum dritten Präsidenten des Pfahls Bern Schweiz.
Präsident Weidmann umreisst die Schwerpunkte seiner Amtszeit wie folgt: „Wachstum durch ein glaubensvolles Anwenden des Priestertums und durch Anheben des Bekanntheitsgrades der Kirche“. Unter anderem werden Kontakte zu gleichgesinnten Politikern und zur Landesregierung geknüpft, und es wird daran gearbeitet, dass die Kirche in den meisten Kantonen des Pfahls Bern den Kirchenstatus zugesprochen erhält.
Von Bedeutung in diesem Zusammenhang ist ein Empfang, den Herr Dr. Otto Piller, Direktor des Bundesamts für Sozialversicherung (BSV), einer Delegation von Kirchenvertretern am 21. November 2002 gewährt. Während der gut zweistündigen Unterredung, bei der seitens der Kirche Präsident Weidmann vom Pfahl Bern, Präsident Koch vom Pfahl Zürich sowie Samuel Joder, Hoher Rat für die Öffentlichkeitsarbeit im Pfahl Bern, anwesend sind, können Herrn Piller die Grundsätze und Wertvorstellungen der Kirche vermittelt werden. Ausserdem wird erörtert, wie die Kirche ihr Leistungsangebot besser ins Gemeinwesen einbringen kann, sodass Synergieeffekte erzielt werden können, die sowohl der Kirche als auch dem Staat bei der Erfüllung ihrer Aufgaben dienlich sein können.
Zahlreiche weitere Bemühungen von Bruder Samuel Joder um Verständigung zwischen der Kirche und der Gesellschaft fallen auf fruchtbaren Boden. Eine Zusammenfassung seiner Erfahrungen findet sich unter dem Jahr 2003.
In der Amtszeit Präsident Weidmanns wird der Zweig Burgdorf zur Bischofsgemeinde umorganisiert (1999). Die beiden am Rhein gelegenen Zweiggemeinden Lörrach und Waldshut werden zum Zweig Bad Säckingen vereinigt (2000).
6. Juni 1998 – Gordon B. Hinckley «Mutig gegen den Strom»
Präsident Gordon B. Hinckley hält eine Sonderversammlung für die Mitglieder der Schweizer Pfähle in Genf ab. Der Geschichtsschreiber des Pfahls Bern, Arthur Müller, hält zu diesem bedeutenden Ereignis fest:
„Wir waren erstaunt, als wir die vielen Mitglieder und Freunde aus verschiedenen Pfählen und Sprachen vor der riesigen Halle [die „Arena“ in Genf-Cointrin] geduldig warten sahen. Und als wir dann drinnen die riesige Halle voller Heiliger sahen, wussten wir, dass wir nicht allein sind, ja, es gibt viele HLT’s bei uns. So etwas allein stärkt schon unser Zeugnis. … Zum erstenmal hörten wir von Sr. Hinckley. Ihre schlichten, aber feinen und eindrücklichen Erlebnisse aus ihrem eigenen Leben haben uns gestärkt; aber wo immer Präs. Hinckley auftritt – er hat jedesmal eine wichtige Botschaft für uns bereit.“
Die Botschaft von Präsident Hinckley lautet, dass man sich als Heilige und als Heiliger der Letzten Tage mutig gegen den Strom stellt; manchmal ist die Folge davon eine schmerzliche Einsamkeit. Doch niemand braucht sich zu fürchten, denn der Herr steht allen bei und lässt niemanden allein.
14. Juni 1998 – Chieko Okasaki
Schwester Chieko Okasaki, vormals Erste Ratgeberin in der Präsidentschaft der Frauenhilfsvereinigung, besucht ein Schulungsweekend der Primarvereinigungs-, Jungen Damen-, und Frauenhilfsvereinigungs-Leitungen des Pfahls Zürich. Am darauffolgenden Sonntag hält sie eine gut besuchte, aufbauende Versammlung im Pfahlhaus Zürich.
Dezember 1998 – Singing Christmas Tree
Im Rahmen des erstmals stattfindenden Kinder- und Jugendchorsingens „singing christmas tree“ treten die Jugendlichen des Pfahls Zürich in der Vorweihnachtszeit viermal an der Zürcher Bahnhofstrasse auf. Das Repertoire besteht aus 13 ausgesuchten Weihnachtsliedern besinnlicher und erheiternder Art.
7. – 10. November 1999 – Weltkongress
Der II. Weltkongress zur Familie findet in Genf statt, an dem sich zahlreiche internationale Organisationen beteiligen. Die Kirche ist unter anderem durch Schwester Mary Ellen Smoot, Präsidentin der Frauenhilfsvereinigung, vertreten. Im Vorfeld zum Kongress werden Unterschriften zur Petition „Ein Aufruf von den Familien der Welt“ gesammelt, denn es ist das Ziel des Kongresses, „weltweit Millionen von Unterschriften für diesen Aufruf zu erhalten, damit diese an alle Nationen der Welt und an die Vereinten Nationen (UN) übergeben werden können.“
Auf Einladung des Pfahls Zürich besucht Präsidentin Smoot im Anschluss an den Kongress eine Versammlung im Zürcher Pfahlhaus, wo sie unter anderem von ihren Eindrücken des Weltkongresses berichtet.
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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175 Jahrfeier
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
