Das Weihegebet für den Schweizer Tempel
11. September 1955
gesprochen von Präsident David O. McKay
„Der Stern“, Oktober/November 1955
O Gott, unser ewiger Vater! Bei diesem heiligen Anlass der Fertigstellung und der Einweihung des ersten Tempels, der in Europa errichtet wurde, erschliessen wir unsre Herzen und erheben wir unsre Stimmen zu Dir in Preis und Dankbarkeit. Hilf uns, unsre Gedanken von allem Unnützen zu befreien, und unsre Seele von richtenden und neidischen Gefühlen zu reinigen; dass wir uns hier in Aufrichtigkeit und in Wahrheit einig, versammeln können in Liebe zu Dir, himmlischer Vater, und zu den aufrichtigen Menschen in der Welt. Wir sind dankbar, dass Du und Dein Sohn Jesus Christus im Frühjahr 1820 dem jungen Joseph Smith auf dem amerikanischen Kontinent erschienen, und dass Du den Erlöser der Menschheit bekannt machtest, indem Du sagtest: „Dies ist mein geliebter Sohn, höre ihn.“ Wir sind dankbar, dass unter Deiner Führung und Inspiration die Kirche Jesu Christi in Vollständigkeit organisiert wurde mit Aposteln, Profeten, Evangelisten, Hirten, Führern usw. zur Vervollkommnung der Heiligen, zum Werke des Amtes, zur Erbauung des Leibes Christi, bis wir alle hinankommen zu einerlei Glauben und zur Erkenntnis des Sohnes Gottes zu einem vollkommenen Mann im Masse des vollkommenen Alters Christi.
Dies ist die göttliche Botschaft in diesen letzten Tagen an alle Deine Kinder, lebend und tot. Dadurch, dass wir auf Deinen Sohn hören und Seine Worte befolgen, kommen wir zu Dir; denn das ist das ewige Leben, Dich und Jesus Christus, den Du gesandt hast, zu erkennen. – Wir sind dankbar, dass nach Deiner und Deines Sohnes herrlicher Offenbarung, Du in dieser Dispensation durch himmlische Botschafter das Aaronische und Melchisedekische Priestertum wiederhergestellt hast, und des weiteren alle Schlüssel des Priestertums wiederbringen liessest, die je gehalten wurden von Deinen Profeten, von den Tagen Adams durch Abraham und Moses bis zu Maleachi, der die Schlüssel hielt, die Herzen der Kinder zu den Vätern und die Herzen der Väter zu den Kindern zu kehren, hinunter, bis zur letzten Generation. Alle diese Rechte, Mächte und Vorrechte wurden wiederhergestellt und gegeben durch Autorität in dieser, der grössten Dispensation aller Zeiten. – Wir sind dankbar für die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika, die es zuliess, dass die Kirche Jesu Christi durch Himmlische Botschafter errichtet werden konnte, und die jedem Menschen das Recht gibt, Gott zu verehren nach den Eingebungen seines eignen Gewissens. – Wir sind dankbar für die freiheitsliebende Regierung der Schweiz, die durch Jahrhunderte hindurch den freien Willen des Menschen unantastbar gehalten hat, und sein unveräusserliches Recht, Dir zu dienen und Dich zu verehren, ohne Diktatur irgendeines Mannes oder irgendeiner Gruppe von Männern. – Wir sind dankbar, dass durch die Vollständigkeit der Organisation Deiner Kirche jedes Mitglied die Gelegenheit hat, seinen Mitmenschen zu dienen, indem wir an das göttliche Wort denken: Was ihr einem der geringsten dieser Brüder tut, das habt ihr mir getan! Wir bringen Dir unsre Dankbarkeit dar für die Führer Deiner Kirche, vom Profeten Joseph Smith, durch die Jahre hindurch bis zu den gegenwärtigen Generalautoritäten: die Erste Präsidentschaft, den Rat der Zwölfe, die Assistenten der Zwölfe, die Patriarchen der Kirche, den Ersten Rat der Siebziger, die Präsidierende Bischofschaft. Fahre fort, der Ersten Präsidentschaft Deine Gedanken und Deinen Willen zu offenbaren, wie er sich auf das Wachstum und den Fortschritt Deines Werkes unter den Menschenkindern bezieht. Mit Demut und tiefer Dankbarkeit anerkennen wir Deine Nähe, Deine göttliche Führung und Inspiration; mache uns noch mehr empfänglich für Deinen Geist, heiliger Vater; segne die Präsidentschaften der Pfähle, der Hohen Räte, der Missionen und Distrikte, segne die der Gemeinden, die Vorsteher der Kollegien, die Superintendentschaften und Leitungen der Hilfsorganisationen in der ganzen Welt; lass sie sich der Tatsache bewusst sein, dass sie Führer sind, in die Du Dein Vertrauen gesetzt hast, und lass sie dieses Vertrauen so behüten und würdigen, wie ihr eignes Leben . – Wir sind dankbar, dass die Mitglieder Deiner Kirche erkennen, dass das Zahlen des Zehnten und die Darbringung andrer Opfer Segnungen mit sich bringen, die es ermöglichen, das Evangelium bis an die Enden der Welt zu verkündigen, und dass es Beiträge zur Durchführung Deiner Zwecke sind, ja zur Erbauung von Versammlungshäusern, Tabernakeln, und schliesslich von Tempeln überall dort, wo die Kirche organisiert ist, ja in allen Ländern.
O Vater! Wir empfinden, dass der Notschrei der Welt der ist, das Evangelium Jesu Christi anzunehmen, um falsche Lehren zu widerlegen, die jetzt
noch den Frieden ehrlicher Männer und Frauen stören und die den Glauben von Missionen untergraben, deren Glauben an Dich schwach und unstet ist, weil sie vom Evangelium und Deinem Ewigen Plan der Seligkeit noch nichts gehört haben. Führe uns, o Gott, dem Tag entgegen, an dem die Menschheit Streit und Unfrieden ablegt, die Nationen ihr Schwert nicht mehr gegeneinander erheben und nicht mehr Kriegführen lernen werden.
Segne die Führer der Nationen zu diesem Zweck, damit ihre Herzen gereinigt werden mögen von Vorurteilen, von Verdacht, und sie mit dem Bestreben erfüllt sein mögen, der Gerechtigkeit und Freiheit zu dienen. Allein zu dem Zweck, Deine Kinder in den Banden des Friedens und der Liebe zu vereinigen, ist dieser Tempel, ja sind andre heilige Häuser in Deinem Namen errichtet worden. – Hilf, dass Dein Volk erkennen möge, dass nur durch Gehorsam zu den ewigen Grundsätzen und Verordnungen des Evangeliums die Lieben, die ohne Taufe gestorben sind, die Erlaubnis bekommen können, des herrlichen Vorrechts des Eintritts in das Königreich Gottes teilhaftig zu werden. Vertiefe unsern Wunsch, o Vater, noch grössere Anstrengungen zu machen zur Erfüllung Deiner Zwecke, die Unsterblichkeit und das ewige Leben all Deiner Kinder zustandezubringen. Dieses Gebäude ist eine weitere Stufe, um diesen göttlichen Plan zu verwirklichen.
Zu diesem Zweck und durch die Autorität des Heiligen Melchisedekischen Priestertums weihen wir den Schweizer Tempel der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage, und weihen ihn zu dem Zweck, zu dem er errichtet wurde. – Wir weihen Dir, unser himmlischer Vater, den Grund, das Gebäude vom Fundament bis zum Turm und alles, was dazu gehört, einschliesslich der Installationen und aller Einrichtungen; und wir bitten Dich, ES in Vollständigkeit anzunehmen, heilige ES und halte ES unter Deinem Schutz und Deiner Voraussicht, bis all das erreicht worden ist, wozu es entworfen und gebaut wurde. – Segne diejenigen, die eingesetzt worden sind als Wächter, um ES zu schützen in Reinheit, damit keine unreine Person und kein unreines Ding jemals in Dein Haus eingehen wird. – Du hast gesagt, dass Dein Geist nicht in unreinen Tabernakeln wohnen wird, noch wird er wohnen in einem Haus, wo unreine oder selbstsüchtige Gedanken herrschen. – Mögen deshalb alle diejenigen, die diesen heiligen Tempel betreten, mit reinen Händen und mit reinen Herzen kommen, damit Dein heiliger Geist immer gegenwärtig sein kann, um zu inspirieren, zu trösten und zu segnen. – Möge dieses Gebäude immer heilig gehalten werden, damit alle diejenigen, die es betreten, seinen heiligen, friedvollen Einfluss spüren können, und dass diejenigen, die über das Grundstück gehen, ob sie Mitglieder oder Nichtmitglieder der Kirche sind, einen heiligen Einfluss spüren mögen.
Nun, o Gott, unser Himmlischer Ewiger Vater! Die treuen Mitglieder Deiner Kirche haben durch ihre Liebe für Dich und Deine Kinder dieses Gebäude errichtet; durch ihren Zehnten und ihre Opfer ist dieses heilige Haus entstanden, in welchem die Verordnungen und Arbeiten vollzogen werden können, die sich auf das Glück und auf die Erlösung Deiner Kinder in der Sterblichkeit und in der Geisterwelt beziehen. – Nimm unsre Opfer an, heilige Dein Haus durch Deinen heiligen Geist, beschütze ES vor zerstörenden Einflüssen und vor der Bitterkeit der Unwissenheit und der Gottlosigkeit buchstabengläubiger Herzen, bis seine göttlichen Zwecke alle erfüllt sind. Und Dein sei die Herrlichkeit, die Ehre und der Preis für immer durch Jesus Christus, unsern Herrn und Erlöser – AMEN und AMEN!
Jahrelange Zusammenarbeit, hier in der „Superintendentschaft“ der Sonntagsschule an Ostern 1923, verband die Brüder Max Zimmer (1897-1957), Euduard Feh (1877-1947) und Jules Brencklé (1895-1929).
(Zur Verfügung gestellt von Martha Grob, Wetzikon.)
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Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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Tempel Zollikofen (1955)