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Anhang

Haltet Euch rein

Haltet euch rein und unbefleckt von der Welt

„Der Stern“, 15. Januar 1923

Ansprache des Superintendenten David O. McKay bei der Sonntagsschulkonferenz in Pesega, Samoa, am 15. Mai 1921.

„Bei seiner Reise, die Präsident David O. McKay im Jahre 1920/21 im Auftrag der Ersten Präsidentschaft unternahm, besuchte er auch die früheren deutschen Samoainseln. Anlässlich dieses Besuches wurde in Pesega, Samoa, am 15. Mai eine Sonntagsschulkonferenz abgehalten, an der Präsident McKay zu den Kindern sprach. Wir geben seine interessante Rede hier für unsere Leser im Stern wieder. (Die Red.)“.

Präsident McKay wiederholte diese Ansprache anlässlich seines Besuchs der Schweizerisch-Deutschen Mission vom Februar 1923.

Schlagt bitte alle in euren Bibeln die Stelle Markus 10:13-15 auf, und nachdem ich sie vorgelesen habe, möchte ich, dass jemand von euch sie in eurer eigenen Sprache vorlesen wird: „Und sie brachten Kindlein zu ihm, dass er sie anrührte. Die Jünger aber fuhren die an, die sie trugen. Da es aber Jesus sah, ward er unwillig und sprach zu ihnen: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret es ihnen nicht, denn sicher ist ihnen das Reich Gottes. Wahrlich ich sage euch: Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kindlein, der wird nicht hineinkommen.“

Ich sagte gestern zu dem Priestertum, dass von allen Versammlungen, die bei Konferenzen abgehalten würden, zwei die schönsten seien. Die eine davon ist die Priesterratsversammlung und die andere ist die, in der wir alle Kinder zusammen haben. Ich werde heute morgen zu und von Kindern sprechen, und nicht zu den Vätern und Müttern, aber wenn sie ruhig sein wollen, wollen wir sie zuhören lassen. Wenn ich zu Kindern spreche, dann müssen sie immer zwei Dinge tun. Zuerst müssen sie mir in die Augen schauen und dann müssen sie mir antworten, wenn ich sie frage. Wenn ich in eure Augen sehe, dann kann ich immer sagen, ob ihr auch wirklich denkt, oder ob ihr träumt. Und wenn ihr meine Fragen beantwortet, dann weiss ich, ob ihr mich versteht oder nicht. Denn wenn ihr mich nicht versteht, dann hat es keinen Wert, wenn ich zu euch spreche.

„Was ist das?“ (Er hält ein Glas Wasser in die Höhe.)
„Wasser“ (Alle Kinder in den ersten Reihen geben diese Antwort.)

„Was für Wasser?“
„Frisches Wasser.“

„Wie ist das Wasser noch?“
„Sauber.“

„Wie noch?“
„Rein, klar.“

„Ihr habt recht. Ich habe hier frisches, reines, klares Wasser. Nun, was ist das?“ (Er hält einen Füllfederhalter in die Höhe.)
„Ein Füllfederhalter.“

„Richtig. Nun, was ist in diesem Federhalter?“
„Tinte.“

„Welche Farbe hat diese Tinte?“
„Sie ist schwarz.“

„Nein, in meinem Federhalter ist blaue Tinte, sie sieht ungefähr so aus wie das Band, das jenes Mädchen am Kleid trägt. Nun, wir haben hier frisches, klares, sauberes Wasser. Was wird geschehen, wenn ich etwas von der Tinte in dieses Glas tue?“
„Das Wasser wird schmutzig.“

„Richtig, aber es ist noch nicht so schwarz, wie die Tinte selbst. Ich werde jetzt einen Tropfen Tinte in das Glas tun. (Er tut es.) Nur einen Tropfen. Wie sieht das Wasser jetzt aus? Ist es noch rein?
„Nein.“

„Möchtet ihr es jetzt trinken?“
„Nein.“

„Ist es sauber?“
„Nein.“

„Was müssen wir tun, wenn wir das Glas wieder benutzen wollen?“
„Das schmutzige Wasser ausschütten und das Glas reinigen.“

„Richtig. Nun, was ist das?“ (Er hält ein Kind auf seinen Armen.)
„Ein Kind.“

Ja, es ist ein Kind, so süss und rein wie der reinste Tautropfen vom Himmel. Der Geist dieses kleinen Kindes kam von Gott, von seinem ewigen Vater. Sein kleiner Geist ist gerade wie der Geist eines Engels, so rein und schön. Sein kleiner Körper mit seinem Köpfchen, seinen Ärmchen, seinen Füsschen und Händchen, ist gerade wie dieses Glas, aber der Geist, der aus seinen Augen leuchtet, ist wie das reine Wasser. Es kam gerade von seinem himmlischen Vater und soll nun mit seinen Eltern für einige Zeit leben, aber sein Geist wird nie sterben. Ich habe siebentausend Meilen von hier auch einen kleinen Jungen, und er gehört mir und Schwester McKay für immer und ewig. Und auch dieses Kind hat einen Geist, der ebenso rein und ebenso süss ist wie der Geist dieses Kindes.

Hier ist ein anderes Kind, etwas grösser schon. (Er nimmt ein Kind von etwa fünf Jahren in seine Arme.) Sein Geist ist schon gewachsen, aber er lebt genau wie bei dem andern Kind in seinem Körper. Es kam auch von seinem himmlischen Vater und soll nun in diesem Körper leben, so lange als es auf der Erde ist. Dasselbe ist mit euch der Fall. (Er zeigt auf verschiedene Kinder.) Ihr alle seid so rein und süss, wie dieses kleine Kind. Nun möchte ich gerne wissen, ob es irgend etwas gibt, was den Körper eines solchen Kindes beflecken kann. Gibt es so etwas? Wir wollen reines, trinkbares Wasser haben. Unser Vater im Himmel will einen reinen Geist und einen reinen Körper, sonst können wir nicht in seine Gegenwart zurückkommen. Solange wir Kinder und Eltern rein sind, können wir immer in die Gegenwart Gottes, von dem wir ausgegangen sind, zurückkehren. Wieviele von euch wollen ihren Körper so sauber und rein halten, als es nur irgendwie möglich ist? (Alle erheben ihre Hände.) Nun möchte ich gerne wissen, was unsern Körper verunreinigen kann. Wir könnten uns vielleicht mit Tinte beflecken, aber das wäre gar nicht schlimm, wir könnten bald wieder sauber werden.

„Denkt einmal, ich nähme ein Stück Papier und würde das tun. (Er macht alle Bewegungen, als wenn er eine Zigarette anstecken und rauchen würde.) Was würde dann mit meinem Körper geschehen?“

„Er würde schmutzig werden.“ (Die Kinder antworten wie zuvor.)

Genau so ist es mit meinem Körper oder dem Körper eines Kindes. Wir fangen zuerst klein an, aber je mehr wir nehmen, desto schlimmer wird es. Seht her. (Er tut, als ob er die Zigarette weiter rauchen würde und gibt zu gleicher Zeit mehr Tinte in das Wasserglas.) Aber Gott verlangt, dass unser Körper so rein ist, wie der eines kleinen Kindes, und wenn wir ihm gehorchen, werden wir rein sein. Ich kenne jemand, der sich während seinem ganzen Leben so rein hielt, wie ein Kind. Die Mädchen sollen das erste Kapitel im ersten Samuel lesen. Es gab einmal eine Mutter, die hiess Hanna. Sie hatte kein kleines Kind, und sie betete und betete jedes Jahr, wenn sie in den Tempel ging, dass ihr der Herr doch einmal ein Kind schenken möchte, das so süss sei wie das, welches ich eben auf den Armen hatte. Sie dachte, dass dies das schönste sei, was man auf Erden haben könne, und das ist auch wirklich so. Sie dachte auch, dass ein kleiner Junge schöner sei als ein kleines Mädchen. Ich habe die Mädchen lieber, aber Buben und Mädchen sind alle gleich. Lest nun den achten Vers: „Elkana aber, ihr Mann, sprach zu ihr: Hanna, warum weinst du und warum issest du nichts? Und warum ist dein Herz so traurig? Bin ich dir nicht besser, wie zehn Söhne?“ Ihr Mann dachte, dass er ihr besser sei, als alle Knaben, aber sie betete und betete und hielt ihren Körper rein und hörte nicht auf, zu dem Tempel zu gehen und den Herrn zu bitten.

Präsident David O. McKay, Präsident der Kirche von 1945-1970, mit seiner Gattin Emma Ray geb. Riggs (1877-1970), hier umringt von Missionaren und Missionarinnen der Schweizerisch-Österreichischen Mission in den Fünfziger Jahren.
(Zur Verfügung gestellt von Martha Grob, Wetzikon).

Nun hört zu; Eltern, Kinder und alle, damit ihr verstehen könnt, was vorgelesen wird:

„Herr Zebaoth, wirst du deiner Magd Elend ansehn und an mich gedenken und deine Magd nicht vergessen, und wirst deiner Magd einen Sohn geben, so will ich ihn dem Herrn geben sein Leben lang und soll kein Schermesser auf sein Haupt kommen.“ Warum ein solches Gelübde? Ich werde ihn dir geben, damit er ihm diene, alle Tage seines Lebens, und er wird niemals Wein oder starke Getränke trinken, ja noch nicht einmal den Saft der Trauben. Das war ihr Versprechen – er sollte niemals Tabak oder Whisky geniessen, sondern er sollte vor dem Herrn stehen. Solche Leute wurden Nazariten genannt.

Nun hört zu, was sie mit Samuel taten. „Darum gebe ich ihn dem Herrn wieder sein Leben lang, weil er vom Herrn erbeten ist. Und sie beteten daselbst den Herrn an.“ Sein Körper war so rein wie der eines Kindes, und er blieb so sein ganzes Leben lang, denn er genoss niemals verbotene Dinge. Hanna hatte ihr Versprechen gehalten und der Herr hatte ihr Gebet erhört. Sie behielt ihn vielleicht zwei Jahre lang zu Hause, da sie ihn so lang behalten wollte als nur irgendwie möglich. Als er entwöhnt war, gaben sie und ihr Mann das Kind mit den folgenden Worten in den Tempel: „Hier, Herr, ist das Kind, das du mir gabst; ich bringe es dir so rein zurück, wie du es mir gabst.“ Ich denke, dass sie sehr geweint hat, als sie ohne ihr Kind nach Hause ging, aber sie liess ihn doch im Tempel.

Er genoss keinen Wein, keinen Schnaps, keinen Tabak oder irgend etwas derartiges. Er blieb in dem Tempel, bis er ungefähr so gross war, wie dieser Knabe. (Er lässt einen ungefähr zehnjährigen Knaben aufstehen.) Einmal, in der Nacht, nachdem die Lichter ausgelöscht worden waren, und Samuel sich schlafen gelegt hatte, und auch der Hohepriester schon schlief, da geschah etwas.

Wir wollen nun im dritten Kapitel vom vierten Vers lesen: „Und der Herr rief Samuel. Er aber antwortete, hier bin ich.“ Dass Samuel damals noch nicht wusste, dass es der Herr war, sehen wir, wenn wir weiter lesen. „Und er lief zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich! du hast mich gerufen. Er aber sprach. Ich habe nicht gerufen; gehe wieder hin und lege dich schlafen. Und er ging hin und legte sich schlafen. Der Herr rief abermals Samuel. Und Samuel stand auf und ging zu Eli und sprach: Siehe, hier bin ich, du hast mich gerufen. Er aber sprach: Ich habe nicht gerufen, mein Sohn, gehe wieder hin und lege dich schlafen. Aber Samuel kannte den Herrn noch nicht und des Herrn Wort war ihm noch nicht offenbart. Und der Herr rief Samuel wieder, zum drittenmal. Und er stand auf, ging zu Eli und sprach; Sieh hier bin ich! du hast mich gerufen. Da merkte Eli, dass der Herr den Knaben rief und sprach zu ihm: Gehe wieder hin und lege dich schlafen; und so du gerufen wirst, so sprich: Rede Herr, dein Knecht hört. Samuel ging hin und legte sich an seinen Ort.“

„Wer kann mir sagen, warum der Herr dem Samuel im Tempel erschien?“

„Weil er rein war.“ (Ein Kind gibt die Anwort.)

„Richtig, er war rein und unbefleckt von den Sünden der Welt.“

Wir haben am Anfang ein Lied gesungen, welches der leitende Bruder ausgewählt hat. Es ist mein Lieblingslied und ich werde jetzt jemand bitten, es vorzusingen und wir werden dann alle im Chor mitsingen. (Ein Kind namens Lousia wurde von dem Sprecher ausgewählt und nachdem er Vers um Vers gelesen hatte, sang sie es: „Mässigkeit ist schön und gut“ [Im Gesangbuch von 1964: Lied Nr. 206] und die Versammlung sang den Chor.)

Nun wissen wir, welche Kinder der Herr lieb hatte, als die Mütter zu ihm kamen, und ihn baten, die Kleinen anzurühren. Die Apostel wollten den Müttern wehren, aber er schalt sie und sagte: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Himmelreich.“

Väter und Mütter der Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage in Samoa: Der Heiland sagt zu allen Vätern und Müttern in der Welt: „Lasset die Kindlein zu mir kommen und wehret ihnen nicht, denn ihrer ist das Himmelreich Gottes.“ Wie wehren wir ihnen? Wenn wir ihnen schlechte Beispiele von Tabak, schlechten Gewohnheiten und schlechten Werken geben.

Möge sein Geist immer in euren Herzen und euren Häusern wohnen, dass diese Kinder rein und unbefleckt aufwachsen können und in die Gegenwart ihre Schöpfers so rein wie Tautropfen und so weiss wie die Lilien zurückkehren können. Ich lasse meinen Segen auf diesen Kindern zurück in der Autorität des Heiligen Apostelamtes, dass ihr die Wahrheit lieben und den Irrtum hassen möget und in allen Dingen so leben könnt, wie Samuel vor Alters, und dass Flüstern der Stimme hören könnte, welche sagt: „Komme, ich habe dich in meinen Dienst berufen.“ Ich siegle diese Segnung auf euch in Namen Jesu Christi. Amen.

175 Jahrfeier

Historische Plätze

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