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Anhang

Das Evangelium des Tuns

Das Evangelium des Tuns

„Der Stern“, 15. Oktober und 1. November 1906.

Rede vom Präsidenten Joseph F. Smith, gehalten am 19. August 1906 zu Bern

Präsident Joseph F. Smith (1838-1918), Präsident der Kirche von 1901 bis 1918.
Aus: „Der Weg zum Licht“, Douglas Tobler und Nelson Wadsworth, Kehl am Rhein, 1987.
(Mit Genehmigung vom 28.06.2003)

Ich freue mich, die Gelegenheit zu haben, mich mit Ihnen versammeln zu können, obwohl als wir von Hause fortkamen, ich das Privilegium nicht erwartet habe, die Heiligen und Ältesten der verschiedenen Missionen zu treffen. Ich habe die Heimat verlassen, um ein wenig Ruhe zu suchen. Daheim werde ich sehr in Anspruch genommen. Meine Arbeit ist fortwährend und zuweilen ein bisschen anstrengend oder schwer. Mir ist es eine Freude gewesen, den Ältesten zuzuhören, die heute zu uns gesprochen haben und ich bezeuge Ihnen, dass die abgelegten Zeugnisse wahr sind.

Johannes der Täufer sandte diese Botschaft zum Heiland: «Bist du es, der da kommen sollte, oder sollen wir eines andern warten?» Der Heiland sandte ihm folgende Botschaft zurück: «Den Armen wird das Evangelium gepredigt.» [Matthäus 11:2-6; Lukas 7:18-23]. Dies schien nach der Meinung des Heilandes, den Beweis mit sich zu tragen, dass das, was er zu lehren gekommen war, in der Tat Wahrheit war, und dass er tatsächlich der Sohn Gottes war, der die Menschheit von der Sünde befreien sollte und sich selbst als Opfer für sie darbieten [vgl. 2. Nephi 2:7].

Wir kommen nicht her, um Angriffe an den Glauben anderer zu machen; sondern unsere Pflicht den Menschen gegenüber ist, die Wahrheit zu lehren und den Leuten der Welt womöglich einen besseren Weg als den ihrigen zu zeigen. Wir wünschen nicht, unsere Ideen auf die Leute zu drängen, aber wir erklären die Wahrheit, wie wir dieselbe verstehen, und überlassen es einem, ob man sie annehmen will oder nicht.

Es wäre gut für sie, zu lernen, dass der Glaube allein den Menschen nicht erretten wird; noch ist er genügend, uns von Sünde zu reinigen, oder uns zu Söhnen und Töchtern Gottes zu machen, zu Seinen Bundeskindern und zu Erben Gottes und Miterben Jesu Christi. Selbst Taufe und Glaube zusammen genügen nicht, wenn sie auch von Busse begleitet sind. Noch ist es genügend, den Heiligen Geist zu empfangen; denn wir mögen Glauben haben, wir mögen Busse tun, wir mögen zur Vergebung der Sünden getauft werden, wir mögen zum wenigsten die Form für das Händeauflegen für die Gabe des Heiligen Geistes haben; aber wenn diese Verordnungen nicht von der Autorität, die der Herr anerkennt, vollzogen werden, so ist alles umsonst [vgl. LuB 132:7].

Selbst Erkenntnis ist nicht genügend. Wir sollten die Wahrheit nicht nur wissen, sondern wir sollten darin wandeln. Der Heiland selber erläuterte dieses Prinzip, da Er denen, die Er belehrte, sagte: «Wer diese meine Rede höret und tut sie nicht, der ist einem törichten Manne gleich, der sein Haus auf den Sand baute. Da nun ein Platzregen fiel und ein Gewässer kam, und weheten die Winde, und stiessen an das Haus, da fiel es, und tat einen grossen Fall. Und wer diese meine Rede höret, und tut sie, den vergleiche ich einem klugen Mann, der sein Haus auf einen Felsen baute. Da nun ein Platzregen fiel, und ein Gewässer kam, und weheten die Winde, und stiessen an das Haus, so fiel es doch nicht; denn es war auf einem Felsen gegründet.» [Matthäus 7:24-27; Lukas 6:47-49]. Dies ist Beweis, dass wir die Wahrheit nicht nur wissen, derselben nicht nur glauben sollten, sondern wir müssen der Wahrheit gehorchen, und wenn wir folgen, so sind wir in Einklang mit dem Befehlenden, und es sei denn, dass wir in Einklang mit Ihm sind, der das Recht hat, zu befehlen, so dürfen wir keine Begünstigung oder Gaben von Ihm erwarten, noch dürfen wir vermuten, dass Er die Verheissungen erfüllen werde, die Er den Gehorsamen gemacht hat [vgl. LuB 82:10].

Wie meine Brüder gesagt haben, ist dieses Evangelium ein Evangelium des Friedens. Es ist ein Evangelium der Freiheit, und einer seiner glorreichsten Effekte auf die Menschen ist, dass es sie von den Banden ihrer eigenen Sünden befreit, sie von der Sünde reinigt, sie in Einklang mit dem Himmel bringt, sie zu Brüdern und Schwestern im Bündnis des Evangeliums macht, und sie ihre Mitmenschen lieben lehrt. Das Evangelium verlangt nicht, dass wir Übel mit Übel vergelten sollen, sondern dass wir lieber Übel ertragen als Übel tun. Jesus lehrte uns, dass, wenn wir verfolgt werden, so sollten wir die andern doch nicht verfolgen. Wenn allerlei Übel fälschlich wider uns gesprochen würde, so sollten wir es geduldig leiden, und wenn die Menschen uns Gewalt antäten, so sollten wir das Gericht der Hand Gottes überlassen, und Übel mit Übel nicht vergelten. Wir sind nicht berechtigt, im Gericht gegen unsere Mitmenschen zu sitzen. Gott allein ist Richter und Er allein vermag die Menschen von Sünde zu reinigen. Wir mögen denen vergeben, die gegen uns sündigen, und das Gesetz verlangt solches von uns, aber wir können denjenigen die Sünden nicht vergeben, die wider Gott sündigen. Er allein kann solchen Sünden vergeben [vgl. Matthäus 5:38-42; Lukas 6:27-36 und Matthäus 7:1-5; Lukas 6:37].

Der Herr hat es uns gegeben, andere zu lehren, wie sie sich von der Sünde befreien können, wie sie Vergebung erlangen können, wie sie von allen Übeln der Welt gereinigt werden können. Andere Menschen können meine Seligkeit nicht ausarbeiten, aber sie mögen mich die Wahrheit lehren. Wenn ich mehr Licht besitze als Sie, so kann ich es Ihnen predigen. Aber Sie und ich, wir müssen die Furche für uns selbst bearbeiten. Wir werden unsere eigene Seligkeit ausarbeiten müssen, denn es ist ein individuelles Werk sobald als wir im Fleische sind und dadurch zu freien Agenten geworden sind.

Das Verdammnis, das über die Juden gekommen war, laut der vom Heiland gemachten Aussage, dass das Licht in die Welt gekommen sei, aber man habe das Licht verworfen, und die Finsternis dem Lichte vorgezogen [vgl. Johannes 1:9-11, 12:46; 3. Nephi 9:16; LuB 6:21]. Es ist nun meine Sache und meine Pflicht, Wahrheit zu sammeln, wo je sie auch zu finden ist.

Wenn Sie eine Wahrheit besitzen, die ich nicht habe, und ich Irrtümer habe, die Sie nicht besitzen, so würde ich Ihnen gerne meine hundert Irrtümer um Ihre einzige Wahrheit geben. Eine Wahrheit hat den Wert von tausend Irrtümer. Wahrheit gleicht der köstlichen Perle, die auf dem Felde gefunden wurde; als man sie fand, ging einer und verkaufte sein Alles, damit er die Perle erkaufen könnte, denn jene einzige Perle der Wahrheit war ihm mehr wert als alle seine irdischen Besitztümer [vgl. Matthäus 13:45-46].

Als Heilige der letzten Tage sollten wir das Evangelium selbst höher als unser eigenes Leben schätzen, denn der Heiland sagte: «Wer sein Leben retten will, der soll es verlieren; und wer sein Leben um meinetwillen verlieren will, der soll das ewige Leben erlangen.» [Matthäus 16:25; Lukas 9:24].

Nun, was ist Wahrheit? Der Herr hat uns gesagt, dass Wahrheit eine Erkenntnis der Dinge ist, die waren, eine Erkenntnis der Dinge, die sind, und eine Erkenntnis der Dinge, die noch sein werden. [vgl. LuB 93:24]. Nicht der Dinge, die nicht waren, sondern der Dinge, die waren, und der Dinge, die sind und noch sein werden. Dann frage ich: «Ist Christus der Erlöser der Welt?» Es sind tausende unserer Nebenmenschen, die erklären, dass er es nicht sei. Es sind deren viele, die keinen Glauben an Ihn als den Erlöser der Welt hegen. Andere gibt es, die glauben, er sei der Erlöser der Welt. Wir glauben, dass Er es ist. Wir glauben an die Schriften der göttlichen Wahrheit. Wir glauben an die Evangelien des Neuen Testaments, und die Ursache, warum wir glauben, ist, weil die Vernunft uns lehrt, die Geschichte uns lehrt, dass Er in der Tat der Sohn Gottes war. Aber vor allem hat Gott in den letzten Tagen den Himmel geöffnet und die Wahrheit kundgetan, dass Jesus in der Tat der Christus, der Sohn des Lebendigen Gottes und der Heiland der Welt ist. Und warum glauben wir, dass Gott dieses geoffenbart hat? Weil wir das Zeugnis von einem erlangt haben, der den Vater und den Sohn gesehen, der Ihre Stimmen gehört, und Ihre Botschaft erhalten hat, und der nach dem Rate des Vaters gewandelt, und Kundgebungen von andern gesandten Botschaftern erhalten hat. Noch ist es uns nur ein einziger Zeuge, der uns diese Wahrheit erklärt hat. Wir haben im Buch Mormon das Zeugnis dreier Zeugen, dass diese Erklärung des Propheten Joseph Smith und die von ihm gemachte Behauptung tatsächlich wahr waren, denn die Stimme Gottes erklärte vom Himmel, dass es recht war. Und in diesem Buch haben wir noch das Zeugnis von acht anderen Zeugen, die die Platten sahen, von denen das Buch Mormon übersetzt worden war, und die Blätter gehandhabt, die Eingravierungen darauf untersucht, und das Zeugnis des Geistes Gottes erhalten hatten, dass dieselben durch den Geist und die Kraft Gottes übertragen worden waren. Wir besitzen diese Zeugnisse, haben die Zeugen gekannt, haben ihre Stimmen gehört und nun glauben wir ihnen [vgl. LuB 128:19-21].

Aber selbst dieses ist nicht alles. Die Erklärung heisst: «Wenn ihr den Willen des Vater tut, so werdet ihr inne werden, ob es von Gott sei, oder ob ich von mir selber rede.» [Johannes 7:17]. Dies ist die Probe, die der Heiland gestellt hat. Dieselbe Probe wurde vom Propheten Joseph Smith gegeben, und ich bezeuge Ihnen, dass jeder Mann und jede Frau, ja alle, die an Gott und an Jesum Christum glauben werden, und die Sünden bereuen, und von einem getauft werden, der das heilige Priestertum trägt, und aufs Haupt das Händeauflegen für die Gabe des Heiligen Geistes von denen bekommen, die jenes Priestertum besitzen, auch jenen Geist Gottes empfangen werden, der alle Dinge des Vaters prüft und sie den Menschenkindern kundtut, der vom Vater und Sohn zeugt, und solchen wird der Geist zeugen, dass Jesus der Christ ist, dass Gott lebt, dass Joseph Smith in den letzten Tagen als Propheten auserkoren wurde, um das Fundament dieses Werkes zu legen, das nie mehr umgestossen, noch irgend einem andern Volke gegeben werden sollte, sondern fortfahren, bis es die ganze Welt mit Licht und Erkenntnis füllt, damit jedes Knie sich beuge und jede Zunge bekenne, dass Er, der aufs Kreuz erhoben wurde, in der Tat der Erlöser der Welt ist [vgl. Daniel 2:31-45; LuB 65]. Dies ist unser Zeugnis, meine Freunde.

Unser Prinzip ist, aller Autorität untertänig zu sein; König und Magistraten und Herrscher und Präsidenten und Richter und die Autoritäten der Nationen zu ehren [vgl. 12. Glaubensartikel]. Wir sind nicht gekommen, um zu vernichten, wir sind nicht gekommen, um niederzureissen; sondern wir sind gekommen, um Licht zu verbreiten und Wahrheit zu erklären, damit unsere Zeugnisse etwa die Ohren der Aufrichtigen erreichen mögen, und damit ihre Augen geöffnet und ihre Herzen gerührt werden, und sie die Wahrheit empfangen, dass sie gleich wie der Same, der im guten Boden gesäet wurde, auch fünfzig- und hundertfach hervorbringen [vgl. Matthäus 13:23]. Wir lieben die Menschheit. Gott hat die Welt so geliebt, dass Er seinen eingeborenen Sohn sandte, damit er zwecks der Erlösung der Menschheit die Todesqual erleide [vgl. Johannes 3:16]. Wir lieben unsere Mitmenschen derartig, dass wir unsere Heime, unsere Frauen und Kinder, unsere Väter und Mütter, unsere Brüder und Schwestern und alle unsere irdischen Besitztümer gerne verlassen und Jahre ohne Besoldung oder irdischen Lohn wegen dem einfachen Zwecke zubringen, andern das zu geben, was wir fühlen uns so wohl getan hat, und was wir auch glauben Ihnen helfen würde, wenn Sie es nur annehmen möchten. Aber wenn Sie es nicht annähmen, würden wir Ihre Feinde sein? Nein, wahrlich nein! Wir würden noch Ihre Freunde sein, um Ihre Seligkeit arbeiten, und unser eigenes Glück um das Wohlsein selbst unserer Feinde aufopfern. Wir glauben an die Bergpredigt Christi und an den Segen, den Er über diejenigen gesprochen hat, die die von ihm verlangten Dinge ausführen, und wir empfehlen Ihnen, den Heiligen der letzten Tage insbesondere, dass Sie diese Rede des Heilandes gut studieren, und dass Sie diese Prinzipien Ihrem eigenen Betragen anpassen, und sie zu einem Teile Ihres Lebens machen. Keine Menschen haben gelehrt, wie Er lehrte. Kein Mensch hat je solche Lebensvollkommenheit erreicht, dass er die Lehre, die Er lehrte, gänzlich ausführen konnte. Und wenn ein Mensch sich bis zum Vorbilde Christi emporhöbe, so würde diese Welt ihn nicht mehr halten können, wie sie den Sohn Gottes auch nicht halten konnte – zum wenigsten bis sie von der Sünde gereinigt und zu einem Wohnort für die Heiligen gemacht würde.

Aber die Menschen sagen: Wie ist es uns möglich, die wir ja sterblich sind und menschliche Fehler an uns haben, dem grossen Muster Seiner Lehre gleich zu kommen? Wer vermag seine Leidenschaften so zu beherrschen, dass, wenn ihm jemand auf die eine Seite schlüge, er die andere wenden wollte? Wo ist der Mensch, der sich nicht verteidigte, wenn sein Feind mit ihm rechtete und ihm den Rock wegnähme? Wer gäbe ihm dann auch den Mantel? Wo ist der Mensch, der zwei Meilen ginge, wenn man ihn nötigte, eine zu gehen? Wer verleumdete nicht wieder, wenn er verleumdet würde? Wo ist der Mensch, der seinen Nächsten wie sich selbst liebt? Wo ist der Mensch, der Gott von ganzem Herzen, von ganzer Seele und von ganzem Gemüte liebt?» [vgl. 3. Nephi 12:38-44 und Matthäus 22:36-40; Lukas 10:25-28]. Man findet ihn eben nicht, aber wir streben hinan und hinauf, um unsern Mangel an Glauben zu überwinden, unsere verkommene Natur zu übersteigen, und womöglich alle Lehren und Prinzipien des Evangeliums, die Jesus, der Sohn Gottes, lehrte, in unserm Leben anzuwenden. Wenn wir eine Schwachheit besitzen, und unser Bruder sie uns andeutet, so sollten wir seine Ermahnung gerne annehmen. Wir sollten ihm für seine Güte danken. Wir sollten uns nicht in Zorn gegen ihn empören, weil er uns auf unsre Schwachheiten aufmerksam macht. Es ist glorreicher, Vollkommenheit zu besitzen, als mit Irrtum gekrönt zu sein, wenn letzterer auch von Reichtum und Ehre begleitet ist, und von allem, was uns die Welt anbieten kann. Ich möchte lieber im Besitz der einen Wahrheit sein, dass Jesus Christus unsrer Erlöser und älterer Bruder ist, als deren unbewusst sein und die ganze Welt besitzen; denn was nützte es einem, wenn man die ganze Welt besässe und die eigene Seele verlöre? [vgl. Matthäus 16:25; Lukas 9:25]. Wir können in Unwissenheit nicht selig werden [vgl. LuB 131:6]. Wir müssen Erkenntnis besitzen und die Grundsätze befolgen, die uns das Evangelium lehrt; dann wird alles gut sein. Der Herr segne Sie, meine Brüder und Schwestern, Glieder der Kirche Jesu Christi, denn Sie sind gewarnt worden, dass das Gericht über die Welt kommen werde, wenn sie ihre Sünden nicht bereut. Gott kann nicht mit irgend einem Grade der Billigung auf Verbrechen oder Sünde schauen [vgl. LuB 1:31-33], wenigstens in denen, die gewarnt worden sind, und Seine Wahrheit und die Erleuchtung Seines Geistes erhalten haben [vgl. Johannes 15:22].

Lehren Sie andre das, was gut und recht ist, nicht nur durch Wort sondern auch durch Beispiel. Lassen Sie Ihr Licht so leuchten, dass die Welt Ihre guten Werke sehe und Ihren Gott im Himmel lobpreise [vgl. Matthäus 5:16]. Verstellen Sie sich nie, sondern sagen Sie die Wahrheit, leben Sie der Wahrheit gemäss, seien Sie frank und frei, und versuchen Sie nicht, das Übel zu verheimlichen, da Sie dabei vermeinen, es vom Angesichte Gottes zu verbergen [vgl. Matthäus 10:32-33]. Sein Auge dringt bis in unsre Seelen. Er kennt unsre heimlichen Gedanken, und wir können uns vor Seiner Gegenwart nicht verstecken. Daher täuschen Sie sich nicht mit dem Gedanken, dass man im geheimen sündigen und im offenen Gott anbeten dürfte, und trotzdem ganz gut sein. Ganz verkehrt wären wir, wenn wir solches meinten [vgl. LuB 121:24].

Nun, ich möchte Sie nicht länger hier halten. Es ist sehr schwierig, durch einen Dolmetscher zu sprechen, wie gut er auch sei. Daher halte ich es nicht ratsam, mehr Zeit in Anspruch zu nehmen. Hier sind Älteste aus unserem Lande, die hierher gesandt worden sind, das Evangelium zu predigen. Die sollten denselben Geist besitzen, den ich besitze, und ich vermute, dass dem auch so ist. Die fassen das Evangelium so auf, wie ichs auffasse; verstehen es, wie ichs verstehe, lernen es von demselben Geiste. Wir lernen es von demselben Herrn. Wir sind einig oder sollten es sein, und können Sie diese Prinzipien nicht nur in ihren Konferenzen und Versammlungen, sondern auch in Ihren Heimen lehren, und zwar durch Taten und Beispiel.

Ich glaube, dass ich unter denen, die diese Würde getragen haben, der erste bin, unsere fremden Missionen zu besuchen. Aber die Zeit wird noch kommen, wo der Präsident der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage mehr Musse haben wird, die Gemeinden der Kirche in den verschiedenen Ländern, wo das Evangelium gepredigt wird, zu besuchen; die Zeit wird noch kommen, vielleicht nicht in meinen Tagen noch in dem nächsten Geschlecht, wo Tempel Gottes, die den heiligen Verordnungen des Evangeliums und nicht der Götzenanbetung gewidmet sind, in den verschiedenen Ländern der Erde errichtet werden. Denn dieses Evangelium muss über die ganze Welt verbreitet werden, bis die Erkenntnis Gottes die Erde bedeckt, wie die Gewässer die grosse Tiefe bedecken [vgl. Jesaja 11:9; 2. Nephi 21:9].

Nun, der Herr segne Sie, meine Brüder, und auch Sie, meine Schwestern. Möge Gott Sie als Gatten und Gattinnen, als Väter und Mütter, als Eltern von Kindern segnen; und möge der Herr Ihre Kinder segnen, und ihnen helfen, folgsam sein, Ihrem Beispiel in Gerechtigkeit und besonders im Bunde des Evangeliums folgen, damit sie ohne Sünde bis zur Erlösung heranwachsen, und nie vom rechten Pfade abweichen. Gott segne Sie in Ihren Heimen, in Ihrem Ein- und Ausgang, wenn Sie sich hinlegen und wenn Sie aufstehen, und in allem, was Sie in Gerechtigkeit erreichen möchten; und, vor allen Dingen, Sie im Zeugnis Jesu Christi befestigen, welches der Geist der Offenbarung ist, dass Sie auf das Evangelium Jesu Christi gebaut werden, welches die Kraft Gottes zur Seligkeit ist, dessen sich auch keiner von uns zu schämen braucht. Gott segne Sie alle im Namen Jesu Christi. Amen.

175 Jahrfeier

Historische Plätze

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