19. Juli 1953 – Lebensgeschichte Elisabeth Ringger
Schwester Elisabeth Ringger, geb. Zoebeli, feiert ihren hundertsten Geburtstag. Ihr Sohn, Carl Ringger jun., verfasst für den „Stern“ eine interessante Lebensgeschichte. Der Artikel widerspiegelt die vergangenen 50 Jahre Kirchengeschichte auf sehr persönliche Art und Weise, weshalb er hier zu einem Grossteil wiedergegeben wird:
„Wenn sie jemand fragen würde, welchen Umständen sie ihr hohes Alter zuschreibe, würde sie bedenkenlos antworten: „Der Mitgliedschaft in der Kirche Jesu Christi.“
Sie wurde als 43jährige Witwe, am 1 . Juni 1896 in Zürich getauft, und hat, wie sie sagt, ein zweites Leben angefangen, das Sinn und Zweck hatte. 1889 heiratete sie einen Witwer und gebar ihm zwei Kinder, wovon das eine, ein Mädchen, nach wenigen Monaten starb. 1892 starb auch ihr Mann. Somit sind es jetzt 61 Jahre Witwenstand, die sie in Ehren bestand. Ihre allezeit reine Denkweise befähigte sie, als sie durch eine ebenfalls verwitwete Schwester Marie Bolliger mit der Kirche bekannt wurde, diese sofort als die Kirche des Heilandes zu erkennen. Sie sagt von dieser Zeit: „Ich wusste schon das erste Mal, als ich die Versammlung besuchte, dahin gehöre ich, das ist das, was ich schon lange vermisste.“ Sie war und ist mit der Denkweise der Kirche so verwachsen, dass sie ebenso gut eine der Pionierinnen des vergangenen Jahrhunderts sein könnte. Eines ihrer hervorstechendsten Merkmale war ihre allezeit tiefe Achtung vor der Priesterschaft Gottes. Vielleicht ist das eine der Ursachen, weshalb es ihrer ganzen Nachkommenschaft leicht gefallen ist, in der Kirche zu verbleiben und darin ohne Ausnahme tätig zu sein.
War sie schon berufsmässig immer ein dienstbarer Geist, so wurde sie es erst recht durch ihre Mitgliedschaft. Sie diente der Kirche auf ihre Weise. Während 22 Jahren, als noch keine Lokalpriesterschaft bestand, hat sie das Versammlungslokal gereinigt. Um die Jahrhundertwende und einige Jahre nachher wohnten die Missionare, gewöhnlich vier an der Zahl, in einer gemeinsamen Wohnung zusammen. Mutter Ringger hatte darin ein Zimmer und besorgte den Missionaren dafür den Haushalt, die Küche und die Wäsche.
Bezahlung beanspruchte und erhielt sie natürlich keine. Während des Tages ging sie auswärts waschen und putzen, um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, was sie übrigens bis in ihr 75. Lebensjahr tat, ohne dass es unbedingt notwendig gewesen wäre. Aber da den Missionaren oft das Geld ausging, war es für sie selbstverständlich, dass sie das ihrige zuschoss. Als ich ihr einmal bemerkte: „Jetzt hast Du ja kein Geld mehr!“, sagte sie, dass sie ja morgen wieder arbeiten könne. Das war während ihres ganzen Lebens so, so lange sie hatte, teilte sie mit jedem, der zu ihr kam und nötig hatte. Der Herr hat sie ein ganzes Leben lang nie verlassen. …
Mutter war Zeit ihres Lebens eine einfache, aber kluge Frau, sogar recht weise. Sie kannte das Wort der Weisheit, so wie es der Herr offenbarte, jedoch wusste sie nichts von den Spitzfindigkeiten moderner Biologie. Sie kochte gute Bauernküche. Selbst die Missionare, die an ihrem Tische sassen, fühlten sich dabei so wohl, dass sie noch Grüsse in ihren alten Tagen von ihnen erhielt. Etliche von ihnen haben in ihrem Stübchen ihr Heimweh ausgeweint. Ihre Photographien stehen nach fünfzig Jahren noch in hohen Ehren. An ihrem Tische sassen die Ältesten Alb. E. Bowen [1937-1953 im Rat der Zwölf], Levi Edgar Young [1910-1963 im Ersten Rat der Siebziger], Reeder, Andrew, Weilenmann, Pike, Hermann Buehler, Guy R. Hill, James L. Barker und viele andere mehr. Ihre Mitgliedschaft bedeutet 50 Jahre Gemeindegeschichte.
Doch über allem, was von Mutter zu sagen und zu loben wäre, steht ihr wunderbarer Einfluss, den sie auf alle ihre Angehörigen ausübt. Ihr stiller Einfluss, die ernsthafte Weise, mit der sie spricht, ermahnt, erzählt, sind zu einem grossen Segen geworden für eine zahlreiche Familie. …“.
Anlässlich der Frühjahrs-Konferenz des Distrikts Basel, am 18./19. April 1953, wurde als Auftakt das grosse Pionier-Spiel „Auszug der Pioniere nach den Felsengebirgen“ aufgeführt. Die Erstellung des Textes – eine freie Bearbeitung in Anlehnung an die offizielle Kirchengeschichte – wurde von Schwester Louise Graf-Zimmer vorgenommen, welche ebenfalls Regie führte.
7. November 1953 – Baugenehmigung Bern Tempel
Die Baugenehmigung für den Tempel in Zollikofen liegt vor.
5. August 1953 – Weihung Tempelplatz
Präsident David O. McKay weiht den Tempelplatz. In seinem Gebet sagt er unter anderem:
„Nun, Himmlischer Vater, als Dein Diener, der das heilige Priestertum trägt und der die Mitglieder in Bern, den umliegenden Gemeinden und in Europa vertritt, weihen wir diesen Platz zu dem Zweck, dass darauf ein Tempel zur Ehre Deines Namens gebaut werden soll; ebenso ein Gemeindehaus, in welchem sich die Mitglieder dieses Distrikts zu Deiner Verehrung versammeln können, wöchentlich und so oft es die Umstände erlauben und die Notwendigkeit es verlangt; und für den Bau von Häusern, die denen Obdach gewähren, welche aus entfernten Ländern kommen.
Wir weihen Dir, Vater, jeden Teil dieses Landes, damit es heilig gehalten wird, mag es nun dem Tempelbau oder andern Zwecken dienen. Wir schliessen auch das angrenzende Land ein, welches von unsern Freunden erworben wurde, damit eine angemessene Gestaltung der Umgebung gewährleistet ist und keine störenden Gebäude darauf errichtet werden. Wir flehen Dich an, Vater im Himmel, Du mögest diese Weihe annehmen, und von diesem Augenblick an empfehlen wir alle Dinge Deiner Obhut.“
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
175 Jahrfeier
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
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175 Jahrfeier
Kapitel Chronik
Anhang der Chronik
Historische Plätze
Mount Brigham (1850)
Tempel Zollikofen (1955)
